UNDER THE BLACK SUN Part VIII - Bericht
von Torsten und Wurzelgeist

Das Under The Black Sun - ruhmreiche Stätte vergangener Konzerterlebnisse, Pilgerort für live-dürstende Black Metaller aus der ganzen Welt und Treffpunkt großer, szene-interner Publikumsmagneten, die hier in sonst ganzjährig nie dagewesener Konzentration auflaufen. Hinzu kommen aufstrebende Neulinge unter den Interpreten, denen ein Auftritt beim prestigereichsten BM-Festival Deutschlands wie ein Ritterschlag erscheinen kann. ... hossa, nee, nicht wirklich... so könnte es vielleicht sein, doch in praxi musste das diesjährige U.T.B.S.-Fest hinsichtlich des Line-Ups die größte Kritik denn je über sich ergehen lassen. 30 Prozent der Gruppen waren evtl. interessant, 30 Prozent hatte man vor nicht allzu langer Zeit (und am gleichen Ort) schon gesehen, auf das übrige Drittel hätte man gut und gerne verzichten können.
So rückten die Bands anno 2005 bei mancherlei Besucher als Argument für einen Festivalbesuch weit hinter das Treffen alter Bekannter und das sommerlich-heitere Feiern auf dem Zeltplatz.

 

Freitag, 8. Juli 2005

Früh (ca. 9 Uhr) machten wir uns auf die Socken um mit den am besten präparierten Hightech-Rucksack meiner Festival-Laufbahn die Reise anzutreten. Gewissenhaft waren die Poffer gekackt, doch für die Fahrt wurde dennoch ein kleiner Halt an der Kaufhalle eingeplant. Dort frischten wir die Reserven an dem übermenschlichen Black Metal Mineralwasser schlechthin, "EliteSS", auf. Weiter ging es auf die mehrstündige Autofahrt mit einer denkbar schlechten Sitzposition für meine Wenigkeit. Rückenschmerzen inklusive. Angekommen in Ahlimbsmühle dann erstmal Verwunderung, denn die einstige Einfahrt führte uns direkt ins Kornfeld. Alles zugewachsen. Einige Meter daneben dann die richtige, neue Einfahrt, die Kasse und schließlich auch der lange ersehnte Zeltplatz...

Da ich dieses Jahr nicht genug Zeit für eine gemütliche Fahrt Richtung Ahlimbsmühle hatte, wurde vorher der unsagbar weite Weg von Berlin aus akribisch geplant, um ja in der gegebenen Zeitspanne pünktlich anzukommen. Man verfährt sich aber natürlich trotzdem und kommt erst gegen 18 Uhr an… Erleichterung machte sich breit, als ich dann erfuhr, dass es doch erst frühestens 18,30 Uhr losgehen soll. Da hatte man sogar noch Zeit seine Wohn- und Trinkgemeinschaft für die nächsten 2 Tage zu begrüßen, anzufangen das Zelt aufzubauen und sich den ersten Schluck mehr oder weniger kühles Flaschenbier zu genehmigen. Das Wetter war entgegen der Erwartungen noch relativ gut, um nicht zu sagen: Die Sonne hatte noch das Potential Scheitel zu röten.

 


Necros Christos

Mal was anderes... Als Ersatz in letzter Minute für BLOODSHED passte ihr okkulter Death Metal auch wesentlich besser als der befürchtete technische Schweden-Death. Die tiefe Stimme war verflucht finster und mit viel Hall unterlegt. Manchmal blickte ich gen Bühne, hörte die Stimme aber sah den Herrn nicht singen. Nachdem sie sich auf der INQUISITION/MERRIMACK-Tour in Berlin schon einen guten Namen machten, überzeugten die Lokalhelden auch als "Exot" auf dem U.T.B.S. .

Einerseits erfreulich, dass es die diesjährige Eröffnungsband doch noch kurzfristig auf das Billing geschafft hat, aber andererseits umso tragischer, dass der Auftritt gerade bei diesem Wetter und zu dieser Uhrzeit geschehen und man auf ANTAEUS, sowie TSJUDER komplett verzichten musste. NECROS CHRISTOS standen auf dem Plan und warteten, gesehen zu werden. Natürlich gab es einen Grund, warum man nicht zu spät kommen wollte, denn man wusste ja um die Qualitäten der Berliner. Die Erwartungen wurden musikalisch auch kein bisschen enttäuscht. Nur die Atmosphäre hätte besser sein können, das heißt ein 1 Uhr Auftritt inklusive aufgelockertem Publikum wäre die bessere Wahl gewesen.

     

 


Total Hate

Etwas ernüchternd war es schon als uns die ersten Ex-Betrachter auf dem Weg zur Bühne entgegenkamen und nicht unbedingt überwältigt ob des soeben frühzeitig verlassenen Schauspiels schienen. In der Tat verpassten diese auch nicht mehr viel, denn TOTAL HATE boten durchschnittlichen Black Metal ohne spezielle Vorkommnisse oder Klang-Erfahrungen. Zwar war ihre Musik mit Überzeugung vorgeführt, aber im Endeffekt nur für jene etwas Neues, für die TOTAL HATE das erste Black Metal-Liveerlebnis bedeuteten.

Die deutschen TOTAL HATE habe ich dann mehr aus der Ferne gehört und war weder begeistert, noch genervt. Ich würde es jetzt einfach mal als Durchschnitts – Black Metal bezeichnen, der für mich keine Höhepunkte bot.

           

 


Blodsrit

Die Montur der Schweden konnte sich einer gewissen Homo-Erotik nicht entbehren. Sehbehinderte waren demnach deutlich im Vorteil, zumal musikalisch eigentlich alles stimmte. Die Lieder des sehr guten, aktuellen Albums "Helveteshymner" (u.a. "Ridding The Pest") wurden ordentlich umgesetzt. Bei "Illdjarn" konnte man einer von wenigen klaren Gesangsdarbietungen lauschen, die live nicht grottig klingt, sondern der Stimme auf dem Album sehr nah kam.

Auf diesen Auftritt hatte ich mich eigentlich gefreut, denn von Platte her sagten mir FUNERAL PROCESSION ziemlich zu. Was man so von der Band lesen konnte war auch nicht verkehrt und ein emotionaler Auftritt war gut vorstellbar. Also stellte man sich vor die Bühne und erblickte eine Band, die nicht wirklich wie FUNERAL PROCESSION aussah und auch nicht so klang. Es stellte sich dann auch heraus, dass BLODSRIT vorgezogen wurden… Also bleibt man halt ein bisschen stehen, um die unbekannten Klänge etwas zu verinnerlichen. Nach 5 Minuten war ich aber schon so vollgepumpt mit Langeweile, dass ich einen Besuch von Herrn Bierkasten, wohnhaft im Auto, vorzog.

             

 


Funeral Procession

Ein späterer Platz in der Running Order ist nicht immer die bessere Position. Zumindest lässt sich rückblickend BLODSRITs Tausch als cleverer Schachzug deuten, denn während das Netzhemd trocken blieb, mussten sich FUNERAL PROCESSION vor wenig Publikum im strömenden Regen quälen. Vielleicht war ich deshalb schon recht negativ eingestellt als ich Count Gothmog und co. gegen Ende ihres Auftrittes betrachtete, aber der Funke flog auch beim abschließenden "Under A Funeral Moon"-Cover nicht über. Daheim definitiv interessanter.

Nun war es aber wirklich Zeit für FUNERAL PROCESSION, aber leider wurde ich erneut enttäuscht. Die Band konnte mich live überhaupt nicht überzeugen. Vor allem der Gesang war lang nicht so emotional, wie er auf den Tonträgern klingt und auch die Musik an sich regte überhaupt nichts in mir. Man bemühte sich zwar und gab auch Feuerspuckeinlagen zum Besten, aber es tat dem Gesamteindruck leider keinen Abbruch. Schade!

             

   

 


Trimonium

... im Schutze des Zeltes liegend leider verpasst! Elender Regen!

Das Wetter verschlechterte sich zusehends, was dazu führte, dass TRIMONIUM vor einem nassen und weiterhin nasser werdenden Publikum spielen musste. Der Qualität des Auftritts schadete es aber nicht, einzig meine Zeit und Aktivität vor der Bühne wurde eingeschränkt. TRIMONIUM haben wieder mehr als überzeugt und die Zugabe „Blow The Horns" hat dann selbst mich zum Haareschwingen bewegt. Ich glaube es gab vorher auch einige neue Songs zu hören, nur haben diese sich nicht besonders eingeprägt.

   

 


Salacious Gods

SALACIOUS GODS lieferten einen jener Gigs, von denen man, kommt man direkt vom Zeltplatz, zunächst recht angetan ist. Netter Black/Thrash Metal mit viel Abwechselung und einem extrem motivierten Sänger. Mit der Zeit wird das Ganze aber zusehends langweiliger. Dennoch nach 2003 der zweite ordentliche U.T.B.S.-Besuch für die Niederländer.

Hier gab es dann wieder fast bis zum Schluss Dauerregen, der ebenfalls meine Aktivität beeinflusste. Davon abgesehen, war es zwar eine Freude den Sänger zu beobachten, der sicher mehrere Leute mit seiner Zungen-, Arm- und Kopfakrobatik ansteckte, aber der Sound gab nicht das her, was SALACIOUS GODS live eigentlich rüberbringen können. Aufgrund des schnellen Spielstils und des verwaschenen Klangs konnte man kaum Riffs herausfiltern. Alle Kritikpunkte eingerechnet, bleibt es aber dabei, dass man es hier mit einer sehr energiereichen Liveband zu tun hat.

           

 


Ragnarok

Leider wurde RAGNARÖKs Auftritt stark von ihrem neuen Sänger, niemand geringerem als TAAKE-Høst, geprägt. Die aggressiven Gebärden und offensiven Gesten des Antipathie-Trägers Nr. 1 provozierten den ein oder anderen Stinkefinger und fliegenden Bierbecher. Auch ging er fehl in der Annahme in Deutschland mit diversen Sieges- und Heilsgrüßen (passend zum Totenkopf-Gürtelkoppel) beliebter zu werden, was mich beim diesjährigen Publikum aber verblüfft. In Anbetracht häufiger Drohgesten überrascht mich hingegen nicht meine Mutmaßung, dass die beiden Bühnengäste etwas anderes vorhätten als ins Mikro zu brüllen, als sie plötzlich die Bühne betraten. Sieht man über die ausladend hektische Bühnenakrobatik des geltungsbedürftigen Herrn hinweg und überhört man die dutzendfachen, "høst"nervigen "Uff"/"Öff"/wieauchimmer-Rufe, war es doch guter, technischer und druckvoller Black Metal, dessen wohl dosierte Melodik dauerhaft fesseln konnte.

Sonderlich interessiert war ich nicht an den Norwegern, weshalb ich mir auch nur den letzten Teil des Auftritts ansah. An meinem Interesse hatte das dann auch nichts geändert, obwohl es nicht gerade schlecht war. Für Leute, die mehr mit der Band anfangen können, hat es sich aber eventuell gelohnt.

             

       

 


Krieg

Der (vorerst) letzte KRIEG-Auftritt endete nach nicht mal 20 Minuten mit der Erkenntnis, dass Mischpult plus Bierflasche in klanglichem Totalausfall resultieren. Imperial bekommt an hiesiger Stelle aber keinen Respekt für seine Treffsicherheit, denn es schwelgte dem wohlbeleibten Herrn wohl eher eine Platzwunde an einem Betrachter als ein technischer Schnitt ins eigene Fleisch vor. Bis zu diesem Eigentor verlief der Auftritt aber relativ unspektakulär. Zunächst ein langsames Stück, dann stürmisch wie man es kennt. Zwischendurch wurde dem Publikum immer wieder beigebracht wie wenig es doch vom Black Metal verstünde und wie sehr sie sich doch selber ficken sollten. Fraglich bleibt die Tatsache, wer für den letzten KRIEG-Gig die pinke Bühnenbeleuchtung aussuchte. Jene hätte optisch wohl besser zu BLODSRIT gepasst, war hier aber definitiv fehl am Platze. Durch das abrupte Ende war es schließlich doch ein denkwürdiger, letzter Gig... zumindest dachte man dies bis dahin noch...

Das letzte Mal KRIEG auf der Bühne hieß es… schade, dass es nicht dabei blieb (siehe Samstag), denn ich persönlich kann die Band nach diesem Abend nicht besonders ernst nehmen. Auch so gibt mir dieser US-Black Metal nicht sonderlich viel, jener Abend setzte dann aber noch eins drauf. Irgendwann, genauer gesagt nach wenigen Songs, flog diese Bierflasche von Bandseite aus mitten ins Publikum und auf das Mischpult, welches daraufhin den Dienst quittierte. Mischpultbediener, auch genannt Tonmann, war daraufhin verärgert und versprach nicht mehr weiterzumachen. Logische Folge war der zwanghafte Abbruch des Konzertes, woraufhin KRIEG ihre Aktion vermutlich bereuten, was man dem sichtlich eingeschnappten, neben der Bühne stehenden Frontmann aus dem Gesicht lesen konnte. Bitte bilden Sie sich ihr eigenes Urteil über diesen BlitzKrieg.

             

         

 

Samstag, 9. Juli 2005

Ein sehr angenehmer und von einem wohlig gestimmten Wettergott passend untermalter Samstagnachmittag wurde vom giftigen Gerücht durchtränkt, dass aufgrund der zirkusreifen KRIEG-Einlage keine weiteren Konzerte stattfinden würden. Erste Bandproben schufen diesbezüglich große Erleichterung. Leider kam pünktlich auch das schlechte Wetter zurück...

 

 


Geist

Obwohl es (unverständlicherweise) die erste Band des Sonnabends war, verwunderte mich die geringe Besucherzahl bei GEIST. Mit einem Album wie "Patina" im Rücken sollte man nicht nur ein größeres Publikum interessieren, sondern auch eine musikalische Leistung geboten haben, die dieses rechtfertigt. Wenngleich ich es zuvor für schwierig hielt "Patina" live überzeugend darzubieten, gelang es der Band souverän. Gratulation hiermit für die passende Entscheidung ohne Schminke oder anderen szenetypischen Firlefanz aufzutreten. Die mit Abstand schlichteste "Bühnenshow" machte sich in größerer Konzentration auf die Musik bezahlt. Irgendwie dauerte es ein wenig, aber dann ging man richtig schön in GEISTs emotionalem Black Metal auf. Die Stimme klang live nahezu genauso wie auf der CD. Besonders die langsamen Passagen waren sehr atmosphärisch und gänsehaut-tauglich, während die schnellen etwas 08/15 wirkten. Nichtsdestotrotz sehr gute Live-Umsetzung, inklusive altem CARPATHIAN FOREST-Cover.

Nach einem faulen und heißen Tag, der in Nachbarschaft zu Landser-, sogar ab und zu auch Metalklängen auf dem Zeltplatz verbracht und mit dem Campingstuhl, der Wohngemeinschaft und dem Grill geteilt wurde, betraten dann gegen 18 Uhr GEIST die Bühne. Gerade noch rechtzeitig habe ich es vor die Bühne geschafft, um mir eine der neuesten, deutschen Black Metal Bands anzuschauen, die erst kürzlich aus den Trümmern von EISMALSOTT hervorgegangen ist. Das bisher einzige Album wurde meiner Meinung nach sehr gut umgesetzt und man merkte, dass man es hier mit einer ehrlichen, professionellen und tiefgründigen Band zu tun hatte. Weder Kriegsbemalung, noch übertriebene Metalkluft war dazu nötig. Den Ausklang bildete ein Stück bei dem sich nach und nach nahezu alle Mitglieder von der Bühne entfernten bis nur noch der Gitarrist die letzten Riffs formte.

             

         

 


Ghastly

… sah ich nur kurz. Die Band mit dem Lockenkopf, der sich tags zuvor schon überall auf dem Zeltplatz tummelte, klang aber nach sympathischem Black/Death/Thrash. Headbang-Mucke am Nachmittag, mehr aber nicht…

Die Band mit dem wohl weitesten Anfahrtsweg sollte den Anwesenden ein bisschen australischen Metal näher bringen. Und das tat sie ziemlich gut, wenn man mal von Soundproblemen, wie dem schon häufig dieses Jahr zu laut gestellten Bass absieht. Man hatte es zwar nicht gerade mit Innovation zu tun, aber GHASTLY spielen guten, ehrlichen Thrash Black Metal, der bei diesem Auftritt mit einem RUNNING WILD Cover seinen Abschluss fand.

             

     

 


Todtgelichter

Es ist nicht immer positiv, wenn man für die Bewertung eines Konzertes Superlative benutzt. Zumindest im Falle von TODTGELICHTER, die den bei weitem peinlichsten Auftritt des Festivals hinlegten. Seltsam, dass normale Black Metal Accessoires (Schminke, schwarze Kleidung, Schmuck,…) bei manchen gut, bei anderen wiederum lächerlich aussehen. Wäre ja auch nicht so schlimm gewesen, wenn die zu vernehmenden Klänge nicht so langweilig daherkämen. Zudem klang der Zweitgesang mies und das einzige Highlight war wohl als sich das Petruskreuz des Sängers in dessen Haaren verfing. Auf Platte sind mir TODTGELICHTER zwar noch relativ unbekannt, aber live werde ich die Band in Zukunft nach Möglichkeit meiden.

TODTGELICHTER hatte ich innerhalb der letzten 12 Monate zweimal gesehen und sowohl von Platte, als auch live, konnten sie mich nie überzeugen, weshalb ich diesen Auftritt mit gutem Gewissen verpasste. Andere Leute sprachen von einem mehr oder weniger gelungenen Konzert.

           

 


Throneum

THRONEUM rückten, wie schon NECROS CHRISTOS, sehr spät ins Billing, und gehörten, wie schon NECROS CHRISTOS, zu den besten Bands beim diesjährigen Fest unter der schwarzen Sonne. Wunderbar druckvoller Black/Death Metal mit ordentlich Zunder ergoss sich in prägnanten Attacken. Der wechselnde Gesang von Bassist (auch bei THUNDERBOLT tätig) und Gitarrist sowie das aggressive Schlagwerk und die technisch packende Umsetzung läuteten eine Serie von guten Bands am Samstag ein. Zumindest ein etwas vertröstender Ersatz für ANTAEUS und beste Werbung für THUNDERBOLT anno 2006!

Entweder ich war noch auf dem Zeltplatz oder es war wirklich so nichtssagend, dass ich mich kein bisschen an diese Band erinnern kann. Hmmm…

             

         

 


The Stone

Aus Serbien trat THE STONE die Reise nach Milmersdorf an und gewannen eine große Zahl interessierter Rezipienten für sich. Musikalisch gab es am treibenden und durch und durch satanischen Black Metal nichts zu meckern. Höchstens, dass es nichts allzu besonderes war. Dennoch ebenfalls optisch gut gemacht und ergo schön anzuhören und anzusehen. Slava THE STONE!

THE STONE gab ich den ersten Minuten mein Gehör. Diese Minuten veranlassten mich allerdings nicht, weiterhin mein Ohr Richtung Bühne zu halten. Unspektakulärer Black Metal.

             

             

 


Krieg (die Zwote)

Dass man auch im Gedächtnis bleiben kann ohne etwas teures kaputt zu machen, bewiesen KRIEG im Anschluss und widerlegten die Theorie vom Vortag. Etwas überraschend bereitete sich die Band, die in Sachen Bühnengeschehen am Samstag schon gar nicht mehr hätte existieren sollen, auf den zweiten Anlauf vor. Diese Chance wurde ihnen vom Veranstalter ob des Unglücks mit der fliegenden Bierflasche eingeräumt. Das hätte man wirklich etwas großflächiger ankündigen können anstatt auf Mundpropaganda zu vertrauen. Macht nichts, KRIEG lieferten trotzdem den Höhepunkt den Festivals. Vorwiegend spielte man (für bandinterne Relationen) langsame Stücke (z.B. "The Cold Winds Stir..." von der Split mit S.W.). Auf irgendeine Weise war ich von Hü auf Hott in KRIEG(s)-Stimmung. Imperial toste, dampfte und schnaubte gehörig. Der Funke sprang dann aber endgültig ab einem gewissen Moment über: Imperial machte eine Ansage, die "...to every beast its prey and to the triumph of evil" beinhaltete. Es kam was folgen musste: ein WELTMACHT-Stück. Geil! Herrlich! Anstelle eines gewissen deutschen Grußes verwendete man übrigens "Fuck You", obgleich im Publikum manche wohl die Original-Textzeile schrieen. Später ein obligatorisches VON-Cover ("Satanic Blood"). Öch öch öch ... auch wunderbar! Schließlich ist zu berichten, dass es sich beim letzten jemals von KRIEG live gespielten Song um "Blackash Snowfall" handelte. Hammer Nummer zum Abschluss! Hass pur! ... KRIEG R.I.P.!

Man darf doch sein letztes Konzert nicht wie Freitagnacht enden lassen. Also bettelt man um eine erneute Audienz vor dem Publikum. Und man bekam sie. Tja, das einzige was ich davon mitbekam war „Fuck you! We are Krieg!", bevor der letzte (mal abwarten) Liveton der Band erklang.

             

     

 


Elite

ELITE bekamen ihre zweite Chance, nachdem sie 2003 durch einen unglücklichen Platz im Billing nur sehr wenige sahen und sie seitdem durch das "Kampen"-Album und vertragliche Bindung an No Colours Rec. deutlich an Prestige gewannen. Mit "Berserkerens Manifest" läutete man einen netten Gig voll Norge Black Metal mit einem wuchtigen Riff ein. ELITE gehören wohl zu den Gewinnern des Festivals.

Und hier bekam man den deutlichen Unterschied von europäischem zu amerikanischem Black Metal vor Augen und Ohren geführt, wenn ich mich mal der Aussage eines Begleiters bemächtigen darf. Ein wirklich sehr gutes Konzert der jungen norwegischen Band, die den bis dahin auf diesem Festival großteils eher dahintröpfelnden reinen Black Metal Bands vergleichsweise mit einer Flutwelle musikalischer Wucht entgegentrat. Zumindest darauf bezogen, war der Bandname an diesem Abend durchaus angebracht. Gespielt wurde hauptsächlich vom bisher einzigen vollwertigen Album „Kampen", wenn ich mich recht entsinne. Jedenfalls hat es sich gelohnt dabei zu sein.

           

         

 


Urgehal

Um URGEHAL komplett sehen zu können, verließen wir zugunsten einer Erfrischung auf dem Zeltplatz ELITE frühzeitig. Weise Entscheidung, denn "die besseren Norweger" lieferten 1A thrashing Black Metal mit alten Stücken, "Atomkinder", usw. . Leider gab meine leihweise zur Verfügung gestellte Digicam aufgrund akuter Batterie-Leere den Geist auf. Schade. Mit den beiden Feuerspuckern erreichten sie den atmosphärischen Höhepunkt der nächtlichen Messe. Doch wer hat das pummlige Balg auf die Bühne gelassen? Mit ständigem Kopfnicken und permanentem Teufelsgruß gen Himmeln nahm dies dem Ganzen viel Ernsthaftigkeit. Was soll's… the next generation?!

Hier genehmigte ich mir einen Sitzplatz in der Ferne, um mir einen Eindruck zu verschaffen. Ich weiß nicht, ob es nur mir so ging, aber ich wurde häufig an CARPATHIAN FOREST erinnert, nicht nur durch den ähnlich klingenden klaren, groovig-thrashigen Stil. Solide Show (zwei Feuerspucker inklusive) mit recht guter Musik… aber mehr auch nicht.

   

 


Primordial

Ein ganzes Lied sah ich mir die Iren an. Ein ganzes Lied zuviel aber. Dann ging nämlich eine simple Rechnung auf: Rechtfertigt der eigenwillige Metal, der so gar nicht ins U.T.B.S. passen will und mir überhaupt nicht gefällt, eine Entscheidung gegen die Müdigkeit und das wohlige Zelt-Bett? Nein. PRIMORDIAL sagten mir nicht zu und fielen, wie bereits erwähnt, mit ihren "Are You With Us?"- und "Come on!"-Aufrufen nicht ins eigentlich recht stimmige Gesamtbild des Festivals. Ein wenig wie IMPALED NAZARENE im vergangenen Jahr, obgleich mir diese zusagten, was ich von PRIMORDIAL nicht behaupten kann. Auch das, was ich so aus der Ferne noch mitbekam, führte keinen Entschluss zur Kehrtwende gen Bühne herbei…

Irischer Metal sollte ein kleines Kontrastprogramm bieten und gleichzeitig das diesjährige Fest abschließen (das meiner Meinung nach aber leider viel zu schnell vorbeiflog). PRIMORDIAL hatten es mir in den Monaten vorher mit ihrem neuen Album sowieso angetan, also freute ich mich auch auf diesen Auftritt. Für mich war das Ganze sehr emotional und ich schwelgte in den genialen Kompositionen. Der Sound und die Uhrzeit waren angemessen und Sänger, sowie Instrumentalisten gaben den Eindruck einer geschlossenen, funktionierenden Einheit, die Zuhörer einlud sich ebenfalls zu verlieren. Einziges Manko war der Zeitdruck, der sicherlich dazu führte, dass das ein oder andere Stück ungespielt blieb.

         

 

Fazit:


Organisation: Relativ straff wurde der Zeitplan eingehalten und keine Verzögerung von viel mehr als eine halbe Stunde zugelassen. Der Krankenwagen war schnell vor Ort und auch ein neues Mischpult konnte glücklicherweise besorgt werden. Dass ein Bekannter mehrmals mit Schlagring auf das Gelände kam, wunderte mich, denn im Prinzip wurde sorgfältig durchsucht. Die Vorverkaufs- und Pressekarten sahen übrigens auch viel besser aus als 2004.

 


Gelände: Bekannt aber doch irgendwie anders. Die alte Einfahrt war plötzlich mit Getreide zugewachsen, dafür löste eine ordentliche Straße den Feldweg zur Bühne ab. Platz war definitiv genug, und erstmalig konnten wir auch die Vorzüge der sehr nahen Bademöglichkeit ausnutzen. Schönes Plätzchen mit Steg, Volleyballnetz und beschaulichem See. Definitiv wird dies auch die letzte Gelegenheit gewesen sein, denn die mittlerweile bestätigten Gerüchte machten die Runde, dass man in Ahlimbsmühle keinen Bock mehr auf das U.T.B.S. habe und deshalb z.B. der Bierpreis schon auf stattliche 3 € anwuchs (ohne Pfand).

         

Wetter: Die im Triple-Six-Forum veröffentlichte Wetterwarnung von 2004 hatte sogar doch ihre Richtigkeit. Regen, Regen, Regen... Besonders am Freitag schüttete es aus den Wolken mit beharrlicher Hartnäckigkeit. Der Höhepunkt des Unwetters wurde allerdings in der Nacht von Freitag zu Samstag erreicht. Als der Wind kräftig gegen die Zeltwände drückte, kam es uns vor wie in einer Szene aus "Blair Witch Project". Folgerichtig schnell in den Wald getürmt und in einem gespenstischen Haus Zuflucht gesucht... Der zweite Festivaltag glänzte hingegen neben etwas Regen und Bewölkung vermehrt mit Hitze und Sonne. Man war also ständig irgendwie nass. Entweder vom Regen durchnässt oder einfach vom eigenen Schweiß durchtränkt.

       


Publikum: Um noch mal einen Bezug auf das Triple-Six-Forum zu schaffen: Nein, die Theorie "Wenn schlechtes Wetter ist, kommen wenigstens weniger Nazis" ging nicht auf. Was die T-Shirt-Wahl betrifft, lagen neben NARGAROTH und AD HOMINEM mit INQUISITION und SATANIC WARMASTER klar die Bands des letzten Jahres vorne. Dabei hätte ich nach einem Rundgang um den Zeltplatz eher auf LANDSER und Konsorten getippt, denn diese waren 2005 im Kassettenrekorder und Autoradio dominant wie nie und es herrschte teilweise ein Wettkampf um den parolenhaftesten Spruch auf den Hemden. Auch hinsichtlich der Gewalt legte man anscheinend zu, denn mir kamen mehrere Keilereien und sogar Übergriffe auf Frauen mittels Taschenlampen zu Ohren. Rekordzeit auch für den frühen Bedarf eines Krankenwagens. Insgesamt kam mir das U.T.B.S. allerdings geringer besucht vor als anno 2004, was sicher am schwächeren Billing lag. Nicht wenige sagten ihren Besuch aufgrunddessen im Vorfeld ab. Meine Verwunderung erzeugen aber immer wieder Personen, die sich das gesamte Wochenende in den Pavillons betrinken, irgendwann als Schnapsleiche auf Autodächern landen, schließlich keine einzige Band mitbekommen und am Ende stolz darauf sind. … Rechtsrock aus den Radios, Gewalt auf dem Zeltplatz, Gothen und Kinder im Publikum … im Großen und Ganzen also ein normales Black Metal Festival!

         


Bands: Was gibt es hier zu sagen.... das schlechteste Billing seit langem und doch zwei anständige Konzert-Tage. Fest in der Erinnerung werden sich KRIEG verankert haben. Ansonsten sieht es für die restliches Bands in dieser Hinsicht mau aus, denn die wahren Höhepunkte blieben aus. Dafür waren aber auch Tiefpunkte wie TODTGELICHTER nicht derartig großzügig gesät wie man annehmen könnte. Alles in Allem bin ich froh dabei gewesen zu sein, hoffe aber, dass man sich im kommenden Jahr steigern kann! ... bis zum nächsten Jahr, dann mit TAAKE, MORRIGAN und LUGUBRE?!

Auf ging es zum letzten Rundgang auf dem Zeltplatz der mit der letzten Grillrunde, letzten Besorgungen, letzten Flaschenklirren und der letzten Kenntnisnahme der vielen Proleten (aber auch einiger Ausnahmen) irgendwann am frühen Morgen endete. Gemütlich und friedlich war es, auch, wenn es viele anders erlebt haben mögen. Man könnte sich sicherlich auch zum großen Teil angemesseneres Publikum vorstellen und über den Bierpreis und –geschmack redet man besser erst garnicht (was durch die Zeltnähe aber kein größeres Problem darstellte und auch nicht den Veranstaltern angelastet werden kann). Zumindest ich hatte dieses Jahr wieder keinen Grund mich zu beklagen. Es hat Spaß gemacht, man hat viele gute Bands gesehen und hoffentlich darf man das im nächsten Jahr (evtl. mit etwas mehr Bands, die man in Deutschland nicht so oft zu Gesicht bekommt?) wiederholen. Ich hoffe der Wille von Folter Records ist noch vorhanden und die Suche einer neuen Lokalität verläuft erfolgreich!

 

Zu guter Letzt besten Dank an meine Frau für die wohlschmeckende und ausgiebige Verpflegung, dergleichen an Katrin, Munin (und das Betonungslexikon) sowie M.M. für die Kutschierung!
Gruß des Weiteren an Isegrim (Dank für die Kamera) und das Einsatzkommando NB, Wurzelgeist & Vigo (Entschuldigt das Versetzen!), die BM Ortsgruppe TGW und allen Gästen, mit denen man so plauderte…

Bilder: Asgard, Mähl, Raknhiltr, Torsten, Wurzelgeist / © Final War Mag.