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So, ganz schnell ein paar Worte zum UMM 2009 niedertippen, bevor auch die letzte konkrete Erinnerung wichtigerem Input (zum Beispiel, dass sich Heringe durch langes Pupsen unterhalten) weichen muss. Aber halb so wild. Der kommissarische Reichmissionierungsminister Pommern war immerhin privat da, musste ebenso den vollen Eintritt blechen und sich in der geschätzte 2.000 Meterjahre langen Schlange am Kartenhäuschen einreihen. Dem voran ging eine Autobahnfahrt mit einem nahen Verwandten von Jenson Button (glaube ich), dessen Warp-Antrieb uns in wenigen Minuten (nagut, jetzt übertreibe ich) nach Friedersdorf katapultierte, obwohl sich die Abfahrt schon genügend verzögerte, weil jemand unbedingt noch den Müll rausbringen und Staubsaugen musste.
Samstag, 30.05.2009
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Ja, hm, wie auch immer... Die Bands ...
REPENT erfüllten mit suffigem Bay Area Thrash die Rolle als Anheizer mehr als gut, wohingegen mich die franzackischen Black/Deather von VORKREIST dieses Mal, insbesondere stimmlich, leider nicht überzeugen konnten. Für DEAD TO THIS WORLD (ja, ich weiß, (N) heißt nicht „aus den Niederlanden“!) zeigt mein sensorisches Speichergerät ein großes „empty“ an. Genauso viel bzw. wenig kann ich von RAVENCULT aus Griechenland berichten. Doch, warte, gerade kommt was hoch. Prall war’s nicht.
Über die Plattenverkäufe der anschließenden URGEHAL muss man sich eigentlich wundern. Zumindest ich brauche nämlich gar keine URGEHAL-Scheiben, sieht man sie doch oft genug live. Das reicht an „TNBM“ erstmal bis zum nächsten Mal. Ansonsten, ja, guter Sound, gutes Set und die Erkenntnis, dass es Fans eigentlich egal ist, ob ein Song nun langweilig ist, solang er nur angekündigt wird als sei er eine bombastisch großartige Nummer. Ja ...ähm... gut war’s. Bis zum nächsten Mal! (Wie mir aus gut unterrichteter Quelle mitgeteilt wurde, sind einzelne Mitglieder am späteren Abend noch in eine wüste Schlägerei geraten.)
Der Samstag steuerte auf seine Headliner zu. DESTRÖYER 666 interessierten mich nicht großartig, ganz im Gegensatz zu AURA NOIR. Die Norweger lieferten definitiv die hässlichste und zugleich beste Darbietung des Pfingstsamstags. Stumpf ist Trumpf, und AURA NOIR waren außerordentlich stumpf, lumpig und rotzig. Für eine Weile dachte ich, sie spielten mit Drumcomputer, was wahrscheinlich nicht mal negativ ins Gewicht gefallen wäre. Ich kann mich an Details des Sets nun nicht mehr erinnern, aber besonders habe ich mich über „Dreams Like Deserts“ von der gleichnamigen ersten EP gefreut.
Ich muss gestehen, den BÖMBERS nur vom Zelt aus gelauscht zu haben. Kein Problem, da sich selbiges unweit des Geländes in den Boden keilte (Anmerkung der lieben Zeltausleiherin: auf schrecklich unprofessionelle Weise in den Boden keilte!). Aber zur Optik konnte man im Vorfeld ja schon sagen, dass Abbath Lemmy in punkto Hässlichkeit in nichts nachsteht. Das MOTÖRHEAD-Set war authentisch, insbesondere die Stimme, nervte aber nach einer Weile. Dem angetrunkenen Festivalbesucher scheint es aber so gut gefallen zu haben, dass er noch am Sonntag zu „Ace Of Spades“ aus dem Autoradio die Haare schüttelte.
 
 
 
 
Sonntag, 31.05.2009
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Der Sonntag begann mit Grillzeug, irgendwelchen Verwechselungen von irgendwelchen verbundenen Armen (Lacht ruhig!) und RECAPTURE. Gut, eine kampflesbenhaft brüllende Sängerin in einer heftigen Death Metal Kapelle ist jetzt nicht unbedingt sexy, aber darum geht es ja auch nicht und als Opener taugte die Band zumindest was. BLACK FLAME: keine Ahnung. Ich habe sie gesehen. Ich habe Beweisfotos! Aber, hm, ne, keine Ahnung ... VALKYRJA aus Schweden, ja, lassen sich wohl am besten mit „WATAIN junior“ umschreiben. Mir ging die musikalische und outfittechnische Anlehnung an die Landsmänner ziemlich auf den Sack, wenngleich einige Male die Gitarren schwedischer Machart durchaus aufhorchen ließen.
RAIN aus Himmel hieß der Headliner der nächsten 90 Minuten, und wenn ich mir ENTHRONED im Folgenden so ansah, muss ich sagen, dass ich nichts gegen einen längeren zweisamen Zeltaufenthalt mit prasselnden Tropfen an den Wänden gehabt hätte. Ich elender Romantiker. ENTHRONED waren zumindest nicht wirklich das, was ich mir als ENTHRONED erhoffte, sondern enttäuschend „normal“. Technisch natürlich sauber und astrein, aber eher eine Band von vielen denn 50kg-Nieten-und-Patronen-Geschreddere. Während sich die Festivalleitung mit dem Abdecken großer Pfützen beschäftigte (Ich will gar nicht wissen, wie oft der Spruch „Warum liegt hier eigentlich Stroh?“ gefallen ist.) und sich ihre Besucher mit Wonne darin suhlten, schienen die Belgier, wahrscheinlich wetter- und publikumsflaute-bedingt, nicht wirklich Bock zu haben.
Nächster Programmpunkt: ZEMIALsche Realsatire. Banddiktator Voorskath, anscheinend Perfektionist und gelegentlich Animal aus der Muppet Show nicht unähnlich, meckerte und meckerte vor, während und nach dem Auftritt am laufenden Band hinter seinem Drumkit. Das Augenrollen der Bandkollegen war vom Bierstand aus zu sehen. Im Suizid-Abschiedsbrief wird wahrscheinlich stehen: „So habe ich mir das Ganze nicht vorgestellt, als ich zusagte, bei ZEMIAL zu spielen.“ Auch dem Tonmann, der länger auf der Bühne war als so manche Vorband und später anscheinend schon aus Erfahrung präventiv zum Drummer rannte, wenn ein Stück vorbei war, um sich dessen „mimimi“ anzuhören, stand das „Du Arschloch!“ überdeutlich ins Gesicht geschrieben. Naja, der Sound war ja auch kacke, aber verbesserte sich im Laufe des Gigs. Zumindest konnte man später den Gesang hören. Es wurden, glaube ich, zwei Stücke der „In Monumentum“ („For A Fallen One“ und „March Of The Giants“), „Nocturnal Witch“, anscheinend erstmalig live „Falling Into The Absu“ von der ersten EP, „Breath Of The Pestilence“ und einiges mehr gespielt. Viel blabla, aber auch Höhepunkte. War OK.
MELECHESH aus da-unten-irgendwo standen leider viel zu früh für mein Erscheinen auf der Bühne. Oder mein Erscheinen war viel zu spät für MELECHESH. Wie man’s nimmt. Jedenfalls bekam ich noch ein bis zwei Songs und die rauchende Glatze des Frontmannes mit, kann also nicht allzu viel zum Auftritt sagen.
FORGOTTEN TOMB widmete ich da freiwilliger nur wenige Blicke. Um gefesselt vor der Bühne zu stehen habe ich die Italiener einfach schon zu oft gesehen, und was ich vernahm, schien zudem soundtechnisch der bislang schlechteste Auftritt meiner Kenntnis zu werden. Immerhin standen ja auch noch ABSU auf dem Programm, und selbige wurden erwartungsgemäß frenetisch gefeiert. Zu Recht! Geiler Sound, geiles Set (lang und so ziemlich alle Klassiker dabei), atemberaubend stumpfsinnige Ansagen eines sich selbst in Rage spielenden Proscriptors, der nebenbei auch noch komplizierte Mathe-Aufgaben aus dem Ärmel schüttelte. Kult!
 
 
 
 
 
 
Fazit:
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Bandtechnisch hinterließ das U.M.M. 2009 einen im Vergleich zu den Vorjahren eher ernüchterten T.B., dem jedoch die großen Headliner des Wochenendes, ABSU und AURA NOIR, die Reise wert waren. Rechnet man die Nebenfaktoren wie Atmosphäre, Leute, blablub ein, lässt sich aber nichts anderes behaupten als dass das Festival erneut als gelungen bezeichnet werden darf. Die in organisatorischer Hinsicht immense Leistung des Festung e.V. verdient dabei natürlich zusätzlich Worte des Lobes.
 
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Bilder: Torsten / © Final War Mag.
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