United Metal Maniacs Metal Meeting 2004 - Bericht
von Wurzelgeist

Diesen Festivalbericht übernahmen wir von Wurzelgeist, der ihn noch für das Magazin, für das er vor Final War tätig war, verfasste. Leider gibt es keine Fotos, aber unter dem Bericht findet sich ein Link zu einer Bildergalerie.

 

Samstag, 29. Mai 2004

Das erste Festival in diesem Jahr sollte es für mich sein und das an einem Pfingstwochenende mit verdammt gutem Wetter. Also hieß es - vollgepackt mit schönen Sachen, die das Leben schöner machen (sprich Bier und Grillfleisch) - auf nach Friedersdorf! Das Festivalgelände war mit dem Auto sehr gut zu erreichen, eine schöne Lage hatte es noch dazu (direkt am Götzsee und wenige Meter entfernt 2 Tankstellen). Gecampt und geparkt wurde auf einer mit Gras und Heu bedeckten Acker-/Wiesenfläche. Platz war genug und man konnte direkt neben dem Auto zelten. Das eigentliche Festivalgelände befand sich am Ende des überschauberen Campingplatzes. Dort standen einige Merchandise-Stände und das wichtigste: Die Bühne (open air). Ein kleines Partyzelt war noch aufgebaut und direkt neben der Bühne befanden sich allerlei Bierversorgungsstationen, ein Grill und eine Gulaschkanone. Beste Voraussetzungen also! 17 Uhr ging es los mit REQUIEM (Death Metal aus der Schweiz), die ich aber aufgrund von Grillaktivitäten verpasste. Die erste Band, die ich dann bewusst wahrgenommen habe war KRVAVA PRACE (Thrash-Black aus Tschechien), die durchaus bangtaugliche und hörbare Musik machten. Allerdings war es vor der Bühne noch relativ leer und die passende Stimmung musste auch erst aufkommen. Ungefähr 19 Uhr spielte DEVIL LEE ROT (traditional Heavy/Black Metal aus Schweden), von denen ich nur noch die letzten Klänge mitbekam. Jedoch gab es von anderen durchweg positive Resonanzen, was die Musik betrifft. Über das Posing des Sängers war man dann geteilter Meinung. Irgendwann nach 20 Uhr enterten CORPUS CHRISTII (Black Metal aus Portugal) die Bühne. Jetzt gab es zum erstem mal Kriegsbemalung zu sehen. Der Mensch hinter dem Bass war sogar dem weiblichen Geschlecht zuzuordnen. Musikalisch wurde viel geknüppelt… durchaus hörbare Musik, allerdings nicht so, dass es mich besonders mitgerissen hätte. DIABOLICAL (schwedischer Black-Thash) habe ich dann wohl ebenfalls nicht gesehen (ich hätte mich nicht so viel mit Bier trinken beschäftigen sollen), jedenfalls sind in meinem Kopf keine Erinnerungen an die Band gespeichert. 22 Uhr war es Zeit für DARK FORTRESS (Epic Black Metal aus Deutschland), die einen durchaus soliden und druckvollen Auftritt lieferten. Mit gutem Sound (zum Glück war das Keyboard eher im Hintergrund), viel Melodie, aber auch der nötigen Härte bewegte man viele Leute zum Haareschütteln. Für mich war es die Band des Abends. IN BATTLE (schwedischer Death Metal) folgten als eigentlicher Headliner des Abends. Wenn man bedenkt, was die Band ablieferte, darf meiner Meinung nach nicht von Headliner gesprochen werden, denn das, was da aus den Boxen kam, war einfach nur belanglos und langweilig (vom typischen Schwedendeath kann nicht die Rede sein). Den Abend beendet haben gegen 1 Uhr GODDES OF DESIRE (Show Metal aus Holland), die mich musikalisch ebenfalls nicht überzeugt haben. Die Show mit viel Feuer, Feuerwerk und leicht bekleideten Frauen war allerdings sehenswert. Die meisten Leute waren aber ohnehin schon zu besoffen, zumal auch die ersten Leichen den Weg pflasterten. Hell Yeah!

 

Sonntag, 30. Mai 2004

Man hatte genug Zeit den Rausch auszuschlafen und mit mehr oder weniger Kater den Tag ganz gemächlich anzugehen. Ich machte mich gegen Mittag zur Tankstelle auf, um dort im anliegenden Bistro für relativ wenig Geld ein gutes Essen zu bekommen. Danach hieß es sich auf dem Zeltplatz die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen bis 17 Uhr DEMONIZER (belgischer Thrash Metal) die Bühne betraten. Guter Thrash Metal war das, der um die Uhrzeit aber noch nicht zu begeistern wusste. AUTOPSY TORMENT (schwedischer Death-Black) konnte danach ebenfalls überzeugen und sorgte bei einigen für das erste Nackenmuskeltraining. DELIRIUM TREMENS (old school Thrash Metal aus Deutschland) habe ich grillpausenbedingt verpasst. Ungefähr 20 Uhr spielten STORMWARRIOR (Heavy Metal aus Deutschland), die einen musikalisch guten Auftritt machten und Anhänger der Band bestimmt begeistern konnten. Erst danach, ab 21 Uhr, wurde der Abend für mich so richtig interessant. ZARATHUSTRA (Black Metal aus Deutschland) sorgte für meine ersten Bangaktionen. Es war ein respektabler Auftritt, der im Nachhinein betrachtet aber etwas enttäuscht hat. Der Sound oder die Songstrukturen waren teilweise zu undifferenziert. Allerdings ist das nicht weiter erwähnenswert, denn was danach kam war noch weitaus interessanter: SECRETS OF THE MOON (Okkult Metal aus Deutschland) betraten nach einem Gänsehautintro die Bühne. Vom ersten bis zum letzten Moment war dieser Auftritt ein einziger Orgasmus. Es wurden, soweit ich das mitbekommen habe, nur Stücke vom neuen Album „Carved In Stigmata Wounds“ gespielt, u.a. auch der geniale Titelsong und „Miasma“. Die Realität wurde ausgeblendet. Man war gefangen in der Musik und man merkte, wie es die Musiker auf der Bühne ebenfalls waren. Hail Miasma! Als man glaubte der Auftritt sei vorbei wurde tatsächlich noch eine Zugabe gespielt, welche keine geringere war als „Under A Funeral Moon“ von Darkthrone. Der Coversong war genial. Alles in allem sorgten SotM für eines der besten Konzerte, das ich je erleben durfte. Nach diesem emotional bewegenden Auftritt hätte eigentlich Schluss sein müssen, aber leider kamen da ja noch die Headliner NOCTURNAL BREED (Speed-Thrash Metal aus Norwegen), die ich auch unbedingt sehen wollte. Gegen 0 Uhr ging es dann auch los. Die Norweger zerstörten die letzten Überreste an Gehirnzellen in meinem Kopf, denn das war ein absolutes Inferno mit allen Hits, wie „Maggot Master“, „Alcoholic Rites“ oder „No Retreat No Surrender“. Verdammt geiler Auftritt, der Nackenverspannung am nächsten Tag garantierte. Nun folgten nur noch METAL INQUISITOR (traditional Heavy Metal aus Deutschland), die ich mir aber nicht mehr anguckte. Von weitem waren aber Coversongs von Motörhead und Metallica zu vernehmen. Erneut gut alkoholisiert und mit dem Gefühl einen genialen Konzertabend erlebt zu haben, fiel man dann ins Zelt, um am nächsten Morgen die Heimreise anzutreten.

 

Fazit:

Insgesamt kann man sagen einem verdammt guten Festival beigewohnt zu haben. Würde ich Punkte verteilen, würde ich die volle Punktzahl geben: Gute Lage, sehr faire Preise, stressfreier Ablauf, gute Musik mit gutem Sound und sympatisches Publikum, neue Bekanntschaften mit inbegriffen (von den paar Landser-Idioten mal abgesehen).

Bilder u.a. hier:
http://www.lost-in-berlin.de/malbum.php?gal=umm04

 

Bilder: Asgard, Mannaz, Torsten / © Final War Mag.