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Hey, in Rostock steppt der Bär! Naja, ein komischer, kommerzieller Bär mit vielen „big bands“ im Fell, aber immerhin mal etwas Metal ... So schlug dieses Konzert auch in die mir nicht allzu bekannte Kerbe „Heute schon was vor? Nö. Ach, gehe ich mal hin.“, wenngleich die Entscheidung dann doch etwas früher fiel. Zwar kannte ich TRIPTYKON jetzt nicht wirklich, aber der Hinweis auf Qualität von Seiten befreundeter Personen, denen man einen ordentlichen Geschmack unterstellt, ist ja schon etwas Wert. TRIPTYKON, das ist eh etwas merkwürdig: Das ist – wer es nicht weiß – quasi die HELLHAMMER-Nachfolgeband-Nachfolgeband, für die sich Thomas Gabriel Fischer a.k.a. „Tom G. Warrior“ (uh yeah) ein paar (in Relation zu ihm) Jungspunde und –spundinnen vor den Karren schmiss, darunter ein nicht weiter bekannter deutscher Schlagzeuger, die Schweizerin Vanja, die vorher nur in einer schweizer BM-Band spielte (die aber nie etwas herausbrachte), und V. Santura, Gitarrist von DARK FORTRESS und kurzweilig Livegitarrist für CELTIC FROST. Nach dem ersten und bislang einzigen Output (das Album „Eparistera Daimones“) lechzte man sich international bereits vor dem Release die Finger, während die Beachtung im deutschen Untergrund de facto so ziemlich gen Null tendierte.
Vor dem Club wurde erstmal gewartet, denn die Tore schienen gegen 20.00 Uhr noch verschlossen. Ha, denkste! Eigentlich war schon längst offen, es war bloß keine Sau da, sodass man zwangsläufig denken musste, man sei irgendwie zu früh dran... Meine Eingangsüberlegung („Heute schon was vor? Nö. Dann unternehm’ ich mal was Spannendes.“) teilten dann doch ca. 300 Leute ... nur unternahmen die wohl etwas anderes, denn auch zum Höhepunkt des Abends waren es wohl nur gut 40 Nasen, wobei sämtliche Bandmitglieder und Crew-Fuzzis bereits eingerechnet sind, ebenso die sage und schreibe 4 (vier) Frauen sowie die gleichvielen WackelkandidatenInnen, bei denen ich mir des Geschlechts nicht sicher zu sein vermag...
Kaum nippte man am koffeinhaltigen Erfrischungsgetränk, wurde man auch schon von einem Typen, der einen lässigen Nocturnal-Empire-lookalike-Rock trug (! ... und selbst den zählte ich NICHT zu besagten WackelkandidatenInnen!), persönlich darauf aufmerksam gemacht, dass es gleich losginge. Das machte er bei jeder einzelnen Person, die er sah. „Hey“, dachte ich mir, „nette Geste vom Club, einer mittellosen Flachzange ohne Qualifikationen eine Beschäftigung zu geben, die jeder Depp ausführen kann, zumal man in der Bar ja eh nichts von der Musik im Saal hört“. Denkste. Wie sich herausstellte, war es der Sänger der ersten Band höchstpersönlich, der da um Zuschauer bettelte. Naja, haben wir uns mal nicht so...
Dummerweise klang die Band dann genau so wie man es sich bei AMON AMARTH- und CHILDREN OF BODOM-Shirts halt vorstellt. „Wir spielen harte Musik, weil das cool ist“-Metal ohne den Hauch von Atmosphäre. Trotz Keyboard. Na wer’s braucht... Einem gefiel’s wohl, denn der bangte tapfer. Wahrscheinlich der Bruder (oder Freund) (oder beides) eines Bandmitglieds. Und – hört, hört – die Zahl der Anhänger verdoppelte sich sogar.
Hatte ich erwähnt, dass der Sänger einen Rock trug?! Das genügt ja eigentlich schon zur Disqualifikation. Ich meine jetzt ja auch nicht so einen coolen Männerrock, sondern ... haha, Spaß, so was gibt es selbstverständlich gar nicht! Er hielt das Mikro immer etwas seltsam als wolle er seine Oberarme – wie die semi-pubertierenden Jungs in Flirtprofilen – zwanghaft gegen seinen Körper pressen, damit sie dicker aussehen. Hat er geschafft. Zumindest schien es so als habe (trotz beidseitigen Pressens) sein rechter Oberarm ungefähr den doppelten Umfang des linken. Ich vermute, er ist Rechtshänder ... und ich glaube, er masturbiert unglaublich viel.
Die Band hieß übrigens CONFESSIONS BY SILENCE, was mir auch gerade nur parat ist, weil sie danach noch (wieder jedem persönlich) „Flyer“ verkaufen wollten, womit kleine Logo-Poster gemeint waren. Ob ich eins nehmen solle?! Hmmm... lass mich überlegen... hmmm ... warte ... warte ... Nein.
Die zweite Band hieß ABYZZ mit zwei coolen Z im Namen, weil S vielleicht zu langweilig oder deSSen dOi!tsche Dopplung zu politisch ist. Wer weiß. Gefiel mir anfangs besser. Death Metal halt mit beschissenem Sänger, ein paar netten Krawallo-Parts, aber summa summarum total langweilig... Ich weiß nicht, ob diese Ersatz für IMPERIUM DEKADENZ sein sollten oder sowieso geplant waren. Hätten letztere gespielt, wäre es sicher wesentlich voller geworden.
Die beiden Vorbands spielten je ca. 30 Minuten, was zusammengezählt ungefähr der Zeit für den folgenden Aufbau und Soundcheck von TRIPTYKON entsprach. Dabei liefen keine Pausenmuckereißer, sondern Ambient-Klänge, und zwar in der Endlosschleife. Das gesamte „Intro“ wurde ca. sieben Mal wiederholt, wobei es jedoch nicht das eigentliche Intro war, denn das (wie mir gesagt wurde) vom Album begann dann und lief deutlich lauter. Die Band erschien und... cool, wenn ich mir irgendwann die Gitarre nicht mehr selbst umhängen muss, habe ich es wohl geschafft.
Das ewige Soundwerkeln hat sich dann aber gelohnt. Ich mag Perfektionisten sowieso. Selten in der Zuckerfabrik so einen guten Sound gehört. Dafür war ja auch eigens ein Tonmann der Band dabei, der übrigens aussah als könne er Tom G. Warriors Vater sein... und, verdammt, das mag was heißen!
Gedankengang beim ersten Song: „Hui, die Bassistin ist ja süß.“ Nagut, Möpse auf Natalie-Portman-Niveau, aber dafür intensiver Blick, gepierct und tätowiert (das gibt Pluspunkte), ein von der Stiftung Frauentest mit Gütesiegel versehenes Hinterteil, mit Sicherheit eine Biatch (auch Pluspunkte), und... ähm, huch, ich schweife ab.
Wo war ich? Genau. CELTIC FR... Nein, TRIPTYKON. Wobei die erste Bezeichnung vielleicht gar richtiger wäre, bestand das Set doch zu über der Hälfte (ich schätze mal so 53,1408%) aus CELTIC FROST-Songs. „Dethroned Emperor“, „Procreation (Of The Wicked)“, "Necromantical Screams", "Circle Of The Tyrants" etc. halt, jedoch kein HELLHAMMER-Kram oder „Into The Crypt Of Rays“. Es gab keine Ansagen, nur ab und an die Pommesgabel und insgesamt eine sehr ernsthafte Präsenz, was ich definitiv nach all dem Spaßmetal im Vorprogramm begrüßte. Und es passte zum Auftritt, denn dieser war nicht nur musikalisch hervorragend (- mir gefielen die eigenen Sachen gar besser, glaube ich), sondern auch schön hart, kalt, düster und teilweise schwer doomig (auch die alten Dinger). Feine Sache.
Nebenbei: Ich frage mich dennoch, was der Ventilator auf der Bühne sollte, erfüllte dieser doch während des Auftrittes wohl eher den Zweck, dem Frontmann die Haare INS Gesicht zu blasen. Und so warm war es echt nicht. Naja, dafür Open-Air-Atmosphäre...
Ich dachte mir ja erst, die geringe Besucherzahl könnte deprimierend gewesen sein, aber der Herr meinte später, es sei perfekt zum „Warm-Up“ gewesen und sie betrachteten das eh nur als „größere Probe“ für den Auftritt beim Roadburn Festival. Na schönen Dank, da stand doch aber groß „Weltpremiere“ mit mindestens drei Ausrufezeichen auf den Plakaten! So epochal empfand es die Band dann wohl nicht... hehe
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Fazit:
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TRIPTYKON waren schwer gut. Den Rest vergessen wir mal lieber. Und es war eine weitere Bestätigung für den miserablen Musikgeschmack Rostocks. 600 Homos bei SHIT FEET UNDER, sicherlich 300 bei ENDSTILLE, aber 40 bei TRIPTYKON, unter 90 bei WOLVES IN THE THRONE ROOM und bei ESOTERIC stand man vor nicht allzu langer Zeit ja gar allein vor der Band ... Großes Kino. Mal sehen, ROTTING CHRIST wird Ende des Monats sicher auch gemütlich.
Gruß an Frau B. aus H. (coole Kombination), Tom G-Punkt Fischer im DEATHSPELL OMEGA-Shirt, Vanja my love ( <3 ) ;) , den TRIPTYKON-Drummer, der mich für den Schlagzeuger von SECRETS OF THE MOON hielt (wtf?!?!?), den Typen mit der Brille, der ... oh mein Gott, nein, nicht den von Scatmen! ... der mir im Bus noch irgendeine Band empfohlen hat und natürlich die alte Cracknutte, die mich mit sehr kreativem Wortlaut auf dem Heimweg (vergebens) um eine Zigarette bat: „Entschuldigen Sie, haben Sie vielleicht eine Zigarette? Mein Kerl hat mich gerade mal wieder rausgeschmissen. Der ist doch bescheuert, oder?!? DER IST DOCH BESCHEUERT! Der hat sie doch nicht mehr alle... hat mich einfach wieder rausgeschmissen; der ist doch bescheuert!“
 
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Bilder: T.B. / © Final War Mag.
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