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Vor ca. drei Wochen erfuhr ich von diesem Konzert auf einer Rostocker "Black Metal Party" (Unwort des Jahres)...
... nee, hehe, eigentlich nicht, aber ich habe nur gerade irgendwie einen Weg gesucht, doch noch davon berichten zu können. Das grandiose Spektakel mit einer Auswahl aus über 500 (!) Platten wurde von der "true legend of German underground" samt Homogilde Rostocker Gays ... ääh... Heimatgilde Rostocker Greif organisiert. Selbige versteht sich als "Kollektiv heimatverbundener Individuen" ... [künstlerische Pause für einen "atomic rofl"]... ich wiederhole: "KOLLEKTIV heimatverbundener INDIVIDUEN". Und dieses individuelle Kollektiv hält (Es folgen sinngemäß ergänzte Zitate:) "wöchentliche Zusammenkünfte im Gildenhaus [Muttis Schrebergartenhäuschen] mit Planungen ["Wer kauft Bier?"], Vorträgen ["ICH kaufe Bier."] sowie rustikalen Speisen & Tränken [Döner und Bier]" "unter dem Banner des Greisen" ab. "Jedes Mitglied erhält Aufgaben [Bier kaufen] und Verantwortungen [Bier tragen], die seinen persönlichen Stärken [Bier trinken] entsprechen." Dazu zählt "Organisation von Ausflügen zu heimischen Kulturstätten [Lidl], Festivals [Meck-Pomm-Ticket zum Barther teilen] & anderen Veranstaltungen [Bier trinken]". Das Gestalten von Eintrittskarten scheint den persönlichen Stärken keines Gildianers zu entsprechen ... (Zwar scheiße ich auf Eintracht, Harmonie und Gemeinschaftssinn, aber das lateinische Wort dafür heißt trotzdem immernoch "Concordia" und nicht "Concondia".)
Ein Hoch auf den Rostocker Untergrund und seine sonstigen Ikonen!
... hehe, fällt mir ja jetzt erst auf: Wie ist denn der "Präsens von Black Metal"? Ich blackmetalle, du blackmetallst,...? Junge!
Da der gecharterte Frachter mit meiner Komplettbestellung der DROWNING THE LIGHT-Diskographie wegen der Witterung leider nicht liefern konnte, hatte ich Zeit und nahm das freundliche Angebot eines Platzes im S.L.I.A.-Skoda gern an. Als VIP-Gast noch ein wenig von Buffet und Getränkereserven schmarotzert, gelangweilt die Zeit verstreichen lassen und dann ging es gegen 20:00 Uhr auch los...
SILENT LEGES INTER ARMA (das Nebenprojekt vom THORYBOS-Drummer ;)) überzeugten mit modernem Black Metal, der sicher nicht jedermanns Geschmack ist, aber im schon gut gefüllten Marx doch einige Kopfschwinger verursachte. "Herkules und Xena" legten mit einem ganz neuen (und ziemlich guten) Stück* los, es folgten die üblichen "Grey II" etc. Viel habe ich nicht gesehen, aber genug, um von der Trulla genervt zu sein, die dem Sänger den kompletten Auftritt über ihr Porno-Objektiv vor die Fresse hielt. Da hat sich wohl eine verliebt... Die Band trat übrigens ohne Schminke auf. Wie avantgardesk.
(* Das Lied (unveröffentlicht) durfte ich mir übrigens auf der Hinfahrt bereits anhören. Klingt wie anno 2010 Material einer alten skandinavischen Band, die mittlerweile technischer spielt. Cool. Split-Partner & Label werden übrigens gesucht. Meldet euch!)
KRATEIN (oder auch KRDTXPHP) hielt ich irgendwie für INTO OBLIVION. Ich hatte wohl eine falsche Reihenfolge im Kopf... Egal, war eh nicht meins und hätte ich mir wohl auch dann nicht länger angeguckt, wenn ich gewusst hätte, wer da auf der Bühne steht (ohje, und ich sah doch alle schon beim Soundcheck. Gedächtnis, wo bist du hin?!). Dabei mag ich Kratein eigentlich. Kartoffelgratein zum Beispiel... enthält ja auch viel Beta-Krate-in. (oh mein Gott, ich hebe den Fuß und suche das Niveau hier...)
Interessanterweise fand gleichzeitig in der großen Markthalle (angrenzend) ein illustres Ska-Konzert statt, was nicht nur zur Vermischung der seltsamsten Subkulturen in Toilette und Raucherlounge führte, sondern auch zu (Trommelwirbel!): Metal vs. Ska - der ultimative Showdown.
Definitiv mehr attraktive Weiber kamen schonmal aus der großen Halle -> eindeutiges 0:1.
INTO OBLIVION - die Hamburger, die in letzter Sekunde für die schwedischen HAVOC einsprangen - konnten mit technischem "Gute Laune"-Death Metal nicht viel zum Anschlusstreffer beitragen ... trotz eines heftig guten Drummers. Der Lokalisten-Bonus sicherte dennoch die Stimmung.
Die Band war aber ebenso kein Grund für mich länger im mittlerweile sehr gut gefüllten Marx zu verweilen. Stattdessen wurde einer von vielen unaufmerksamen Momenten des Türstehers der Markthalle genutzt, um mal einen Blick in das Ska-Konzert zu werfen. Hey, geile Halle, bessere Musiker, ausgelassenere Stimmung, Trompeten (von Meeeeeexiko) fetzen eh ... und natürlich viel mehr Weiber. 0:2 würde ich sagen.
Naja, GEIST trieben mich dann doch wieder zurück. Passend zum letzten Konzert der "Galeere-Phase" sahen die Musiker aus wie Wasserleichen... "tote Kapitäne" halt. "Unter..." ebenselbigen war dann auch der Rausschmeißer. Eröffnet wurde das intensive Set mit dem Titelsong und dazwischen gab es u.a. "Stille Wasser", "Helike" und den atmosphärischen Höhepunkt "Winters Schwingenschlag". Optisch sowie musikalisch ausgezeichneter Auftritt, nur die latent durchscheinende Rockstar-Attitüde (am Boden knien und Gitarrensolo zocken & solche Späße...) sowie der anscheinend einen Clown gefrühstückt habende Sänger (Wie hat er geschmeckt? - Na komisch! *Brüller*) störten etwas. Was nicht heißt, dass fein arroganter Rocker-Habitus prinzipiell doof ist. Gar nicht, kann sogar cool sein. Auch Humor ist vollkommen OK. Es mag nur zur erhabenen Atmosphäre der Musik GEISTs nicht passen... Aber das ist ein Bagatellschaden, der den sehr positiven Gesamteindruck der Seemänner im Hamburger Hafen kaum trübt.
War noch was? Außer weitere hübsche Weiber aus dem Ska-Raum?! ... Achja, TODTGELICHTER. Hm, ich wüsste jetzt nicht, was an dieser Band gesteigerte Aufmerksamkeit verdienen würde. Für mich ist das durchschnittlicher Black Metal, mehr nicht. Kein Grund also, in "Todtgelächter" auszubrechen oder noch blödere Wortspiele zu erdichten... Der Sound war anfangs sogar richtig kacke, wobei ich aber nicht weiß, ob er sich dann prinzipiell verbesserte oder es einfach an meinem Stellungswechsel (Kichert nur!) lag. Der bemühte Versuch der Band, durch die Involvierung von Frauengesang in kitschigen Schmuseparts musikalischer zu werden, ergab auf der Bühne ein eher groteskes (auch Klang-)Bild. Und habe ich es richtig gehört, dass ein Song "Lover" hieß?! Und einer war irgendwas mit "Kaffee"...
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Fazit:
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Ordentlich organisiertes Konzert mit soliden Openern, einem guten Headliner (GEIST ist gemeint) und entspannter Atmosphäre. Ansonsten jedoch blanker Durchschnitt. Oder einfach nicht mein Geschmack. Wohl eher letzteres. Knapper Punktsieg für das Ska-Ding anscheinend...
Grüße/Dank an: S.L.I.A., Herr & Frau T., paralyzed für die NWN!-Infos (Schönen Dank auch! Jetzt kann ich bis dahin nicht mehr schlafen und muss täglich voll Vorfreude dazu masturbieren...), Alboin & GEIST ("Warum hassen euch eigentlich alle?" ;) ), angrembor,...
 
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Bilder: T.B. / © Final War Mag.
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