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Nachdem ich mich eine knappe Woche von diesem Ereignis erholt habe, konnte ich mich durchringen, mit dem Bericht zu beginnen, hehe.
Als ich um drei Uhr Nachmittags in Ingolstadt eintraf, fand ich bereits ein relativ ausgelassen (teilweise zu ausgelassen) feierndes Festivalpublikum vor. Glücklicherweise auch noch etliche freie Parkplätze. Man entschloss sich erst einmal dazu, bei strahlendem Sonnenschein seinen Durst zu stillen und einige Biere zu zischen, bevor man sich in die wahrscheinlich stickige Halle begab. Nach einer Weile raffte ich mich dann trotzdem auf und ging in die Lokalität, welche den Namen „Ohrakel” trug. Mein erster Eindruck war auf alle Fälle gut - nicht zu groß, nicht zu klein. Gegenüber der Haupthalle gab es auch einen kleineren Raum mit einer Bar, welcher auch zu gefallen wusste (hab ich aber leider erst zu späterer Stunde entdeckt). So weit, so gut. Kurz darauf die erste Enttäuschung des Wochenendes: Die Getränkepreise in der Halle. 2,50 Euro für einen halben Liter Wasser - für mich absolut inakzeptabel, ich bestellte mir ein Bier. 3 Euro ohne Pfand waren auch dafür, ohne Frage, viel zu viel, aber wenigstens war das Zeug gut temperiert und keine Billigplörre. Immer noch besser als Schnäpse für über 5 Euro... An dieser Stelle sollte man allerdings noch erwähnen, dass dies nicht auf dem Mist der Festival-Veranstalter gewachsen ist, sondern, dass dieser Schuppen generell solche Preise verlangt (war anscheinend eine Art Disko o.ä.).
Freitag, 23. Mai 2008
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Von SCHRAT hab ich nur noch die letzten Minuten gesehen, aber sie haben anscheinend eine solide Show hingelegt (für eine Band, die bisher nur durch eine Demo in Erscheinung getreten ist). Hab nicht viel erwartet, wurde deshalb auch ganz und gar nicht enttäuscht. Bei MOREDHEL sah das Ganze schon wieder anders aus - mir wurde explizit gesagt, dass ich nichts zu erwarten habe. Konnte zwar leider auch nur einen Teil des Auftrittes sehen, aber das hat mir gereicht, um auf eben diese Ratschläge nichts zu geben. Es mag zwar unangebracht sein, drei Coversongs zu spielen, doch sollte man es der Gruppe anrechnen, da sie trotz wenig Materials kurzfristig noch eine passable Setlist aufstellen konnte. Zu KULT kann ich leider nichts berichten, da ich sie komplett verpasst habe. Anschließend waren FRANGAR an der Reihe. Selbst die nervtötenden Unterbrechungen durch die Polizei (gab irgendwie Probleme am Parkplatz) konnten mich nicht beirren - es war ein Hammerauftritt. Angefangen bei der brachialen Musik, den erfüllten Erwartungen bis hin zum Auftreten des Sängers - mit Baskenmütze und Zigarre an einem Rednerpult gab er alles. Letzteres fanden viele zwar lächerlich, passt aber gut zur Musik FRANGARs. Leider hatte ich bis dahin noch keinen Ersatz für meine verlegte Fotospeicherkarte gefunden... Im Anschluss zu den Italienern betraten MASSEMORD aus Polen die Bühne. Unsere osteuropäischen Nachbarn knüppelten eine Show runter, die sich sehen lassen konnte - treibend doch voller Melodie und Abwechslungsreichtum. Klasse! THE STONE konnte ich leider wieder nicht sehen, da ich dringend eine Speicherkarte auftreiben musste (was mir auch gelungen ist). Ich eilte nach einer Weile zurück in die Halle, um ENDEZZMA zu sehen. Hatte noch nie etwas von ihnen gehört, doch wusste, dass es eine junge und angeblich vielversprechende Gruppe aus Norwegen sein soll. Nach 15 Minuten stand ich wieder außen - ich fand den Auftritt größtenteils langweilig. Undifferenzierter Sound und für mich unbekannte Songs waren wahrscheinlich der Grund. Als endlich KOLDBRANN mit ihrer Show beginnen sollten, ging ich zurück in die Halle. Es war auf alle Fälle ein solider Auftritt der Norweger, wenn ich auch mehr erwartet hätte. Die Band hat zwar alles gegeben und ordentlich Druck gemacht, aber die Auswahl der Lieder sagte mir nicht besonders zu - doch das ist ja bekanntlich Geschmackssache. Mittlerweile war es weit nach Mitternacht und die Müdigkeit, ausgelöst durch überteuerte Getränke, eingeschenkt von unfreundlichem Personal, nahm langsam aber sicher Überhand. Dennoch entschied ich zu bleiben, da ich unbedingt ENTHRONED sehen wollte - wie ich nach kurzer Zeit erkannte, hat es sich gelohnt. Die Belgier lieferten einen megageilen Auftritt, dass man vor lauter Euphorie die Müdigkeit vergaß. Ungezügeltes Gebolze, welches zu überzeugen wusste... und das um diese Uhrzeit. Tz,tz,tz...
Bandtechnisch war der Freitag soweit dann auch gelaufen. Weiter Erwähnenswertes gab es eigentlich kaum, bis auf zwei Polizeieinsätze: einmal wegen einer Pfeffersprayattacke und wegen eines halbherzigen Selbstmordversuches vom Parkhaus. Letzterer kam in die Ausnüchterungszelle... Nach dem obligatorischen Absacker verkroch ich mich dann auch in mein Zelt.
 
Samstag, 24. Mai 2008
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WAS IST DAS? Wer stört meinen Schlaf? Meine Leute waren anscheinend schon einige Zeit wach und wieder topfit (wie machen die das nur immer?). Konnte durch Gesprächsfetzen erkennen, dass irgendwas nicht in Ordnung war, deshalb lauschte ich. Irgendein Kerl (Polizeibeamter o.ä.) versuchte uns anscheinend klar zu machen, dass das Zelten im Parkhaus verboten ist. Wie dem auch sei - wenigstens war er freundlich (wie die meisten Securities, welche für das Festival verpflichtet wurden). Gut, erst mal aus dem Zelt kriechen und sammeln. Wir mussten weg - kein Problem, doch zuerst wird die Bahnhofstoilette entweiht. Es war jetzt etwa 9 Uhr - zum Glück hatte ich noch genügend Restalkohol, so dass der Kater noch zu ertragen war. Nachdem wir die Anweisungen des ungebetenen Störenfrieds befolgt hatten, fanden wir uns am Parkplatz neben dem „Ohrakel” wieder. Schon vormittags konnte man erahnen, was der Tag bringen wird: Hitze, Hitze, Hitze. Nachdem die ersten Bierchen gefrühstückt wurden, hoffte man auf einen schnellen Einlass in die Halle. Fehlanzeige. Erst um etwa 6 Uhr konnten wir der drückenden Hitze entfliehen und uns in die schattige Halle begeben. Soweit ich weiß, wollte der Hallenbesitzer vorher keine Leute in seinem Lokal haben...
Kurz nachdem das „Ohrakel” seine Pforten öffnete, betraten das MASSEMORD-Projekt FURIA die Bühne. Zu sehen bekam man soliden Black Metal und eine anständige Show - dennoch kein Highlight des Festivals. VARDLOKKUR aus Dänemark hab ich komplett verpasst, da ich mir noch ein paar Moneten abheben musste - sollen aber auch nicht besonders gewesen sein. Durch die verspätete Öffnung der Halle bedingt, traten nun AMYSTERY mit reichlich Verspätung auf. Mit ihrem rauen, minimalistischen Black Metal konnten sie mich überraschenderweise auf Anhieb begeistern. Nach FRANGAR auf alle Fälle eine der sehenswertesten (unbekannteren) Gruppen des Festivals. Anschließend betraten nach einer kurzen Pause HOLMGANG die Bühne. Wie schon bei den vorherigen Gruppen ging ich von einer gekürzten Spielzeit aus (da die Halle erst relativ spät öffnete). Anscheinend zockten die Jungs trotzdem ihre geplante Setlist durch. Wie dem auch sei: Anfangs durchaus interessant, doch nach einer Weile wussten sie nur noch durch immer dieselben Liedansagen zu amüsieren. Allgemein betrachtet ein relativ belangloser Gig. Nun waren INFINITY an der Reihe - da ich sie letztes Jahr in Zeitz bereits verpasst habe, wollte ich sie mir auf keinen Fall entgehen lassen. Geboten wurde von den Holländern ein astreiner Auftritt, dem es an kaum etwas gefehlt hat. Die Jungs schlugen ordentlich in die Saiten/Felle und konnten mit Hilfe des recht guten Sounds die Menge begeistern. Nun wären eigentlich BESATT an der Reihe gewesen - allerdings waren sie in einen Autounfall verwickelt (so wie ich das mitbekommen habe) und konnten deshalb nicht erscheinen. Ärgerlich, hätte ich mir zu gerne mal angesehen. Nun gut, der Schmerz war schnell vergessen, nachdem die Norweger von URGEHAL die Bühne betraten. Begrüßt wurde ein Teil des Publikums erstmal mit Beschimpfungen (hatte einen Grund, ich weiß aber nicht welchen). Dann ging es los. Mit „Satanic Black Metal in Hell” hatten sie sich einen klasse Opener ausgesucht (passte auch ganz gut, da es in der Halle höllisch heiß und ziemlich gefüllt war) - wäre da nicht dieser beschissene Sound. Vocals zu leise, Gitarren zu schwammig etc. . Teilweise ließ sich nur erahnen, was auf der Bühne vor sich ging. Glücklicherweise wurde dieses Problem im Laufe des Auftrittes einigermaßen behoben. Das Geilste an der Show waren zweifelsohne die zusätzlichen Gitarrensoli, welche nicht auf Platte zu finden sind. Trotz einiger soundtechnischer Probleme eines der Festival-Highlights. Als URGEHAL die Bühne verließen, flitzte ich erst einmal raus, um mir eine Erfrischung zu gönnen. Mittlerweile war von der nachmittaglichen Hitze nichts mehr zu spüren und es tröpfelte zu meiner Freude leicht. Nach dieser wohltuenden Pause entschloss ich mich dazu, in voller Erwartung in die Halle zurückzukehren (wie ich kurz darauf bemerkte, wurde ich nicht enttäuscht). Die Truppe RAGNAROK um Taake-Frontmann Hoest sollte als letzte Band das Ohrakel entweihen (mittlerweile allerdings ohne Hoest). Mit dem „Preludium” ihres letzten Vollalbums starteten sie und gaben anschließend, wie zu erwarten, ordentlich Gas. Trotz mittelmäßigen Sounds konnte man die Show in ganzer Linie genießen. Die Setlist war gut gewählt und somit stellen die Norweger für mich das Highlight des Festivals dar. Der neue Sänger Hans Fyrste hat sich anscheinend auch schon gut in die Band integriert - er ist zwar ein guter Ersatz für Hoest, doch war dessen Stimme passender für die Musik RAGNAROKs.
Nachdem auch die letzte Band das Feld geräumt hatte, entschlossen wir uns kurzfristig noch die Heimfahrt anzutreten. Durch akuten Schlafmangel des Fahrers konnte ich leider auch nicht schlafen, da ich versuchen musste, ihn wach zu halten. Gegen 7 Uhr konnte ich mich dann endlich in mein vertrautes Bett legen. Grüßen möchte ich vor allem die Neustädter für ihr Vertrauen und die Speicherkarte, meine Leute und die Jungs aus Augsburg und Umgebung.
 
 
 
 
 
 
 
Fazit:
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Das Storm of Destruction war auf alle Fälle ein spaßiges Festival, trotz einiger organisatorischer Probleme, über die ich zumindest hinweg sehen kann. Wesentlich störender als eine Verzögerung der Auftritte empfand ich, wie schon erwähnt, die überteuerten Preise in der Halle und deren teilweise unverschämten Bedienungen. Einen Pluspunkt gibt es dafür für zuvorkommende Sicherheitskräfte. Umso enttäuschender ist es zu hören, dass es wahrscheinlich kein S.O.D. mehr geben wird. An was dies genau liegt, weiß ich nicht - könnte mir aber vorstellen, dass die Veranstalter mit ihren auf 400 Einheiten limitierten Karten nicht auf ihre Kosten gekommen sind. Die Kerle hinter dem Ausschank sind es auf jeden Fall, wenn ich mir meine Kontoauszüge ansehe....
 
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Bilder: C.W. / © Final War Mag.
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