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Jaja, ich weiß genau, was ihr jetzt denkt. „Hä?! SHIT FEET UNDER auf Final War?! Ist das nicht wie ein Lexikoneintrag unter „gay patrol“ im Brockhaus? Wie ´ne Bravo in den geheimen vatikanischen Bibliotheken?!“
Sicher. Darum zur Entschuldigung hier mein gangbarer Gedankengang, der zum Konzertgang ging, äh, führte:
„Hm, nee, ich weiß nicht. Kommt was in der Glotze? Nicht wirklich. Gekloppe auf DSF ja immer nur samstags. Ficken? Nä, nicht schooon wieder. Bildung? Ochnö, hab doch gestern erst jemandem sein summa-cum-laude-Manuskript verfasst. Dönermann hat auch schon zu. Naaa guuut...“
Immerhin konnte man so mal am SFU-Sänger im ANAL CUNT-Shirt vorbeimarschieren, wohlweißlich, dass letztere einen Song haben, der dem Front-Umpalumpa nicht sonderlich gefallen dürfte.
Und warum gleich ein Bericht dazu? Keine Ahnung. Ich bin gerade genervt, weil meine Mitfahrgelegenheit zu BOHREN & DER CLUB OF GORE + VOIDOVVOICES ausgefallen ist. Dreck.
Das Warten auf den Einlass (21 Uhr) wurde mit einem Abstecher in den S.L.I.A.-Proberaum (angrenzend) verkürzt, vor dem ein haute-cuisine-Bandbuffet aus Pizza, Auflauf, etc. im (wohlgemerkt total versifften) Vorraum stand. Da kriegt man direkt Lust, selbst eine allenfalls durchschnittliche DM-Band zu gründen und sein lichtes Haupthaar in DreadCocks zu legen.
Apropos Auflauf: Selbigen gab es (weniger wohlriechend) auch an Menschen. Immerhin bestätigten allein 450 Personen ihr Kommen durch den Vorverkauf. Aber was will man machen, wenn die Dollarzeichen in den Augen größer als der Verstand sind, der sicherlich eingewandt hätte, dass 600 Menschen in einem Konzertsaal – ausgelegt für 400 norddeutsche Durchschnittshomosapiens jeglichen Geschlechts – eine, sagen wir (mit Verlaub), total bescheuerte Idee wäre, war, ist und bleibt. Das ist genauso unumstößlich wie der schlechte Musikgeschmack (und anscheinend der geringe Arbeitnehmeranteil) der hiesigen Metallandschaft, der sich erneut statistisch beweisen lässt: 15 Leute bei ESOTERIC auf der Microsoft Stubnitz an einem Mittwoch, 90 Leute bei WITTR im JAZ an einem Freitag, 600 Nasen bei SFU an einem Donnerstag. Die qualitativen Unterschiede von Band 3 zu Band 1 u. 2 lassen sich schwer graphisch veranschaulichen.
Irgendsoein Penner wollte am Einlass dann Geld haben, das ihm natürlich – mit dem Hinweis, er möge sich etwas Vernünftiges zum Anziehen kaufen – hingeworfen wurde.
Nach geschätzten zwei Dutzend Vorbands zwischen schlechtem Death Metal und noch schlechterem „Nintendo-Metal“, die sich wohl für jeweils 7.500 Euro ins Billing gekauft haben (kein Witz!), spielten ILLDISPOSED, musikalisch noch am ansprechendsten am ganzen Abend, weil technisch gut und brutal. Trotzdem Quark. Diesen komischen „Hüpfpogo“ in den vorderen Reihen werde ich nie verstehen. Ich machte früh einen Abmarsch, da sich Luftqualität und Bewegungsfreiheit indirekt proportional zur Menschenmenge im Saal verhielten. Draußen wenigstens noch eine kurze Klopperei gesehen, super.
Irgendwann begannen SIX FEET UNDER. Es war ca. 1 Uhr und sie sollten über eine Stunde spielen. Wenn man den Einlass bedenkt, finde ich es nahezu anmaßend, dass nicht wenigstens so etwas wie Stempel benutzt werden konnten, um die Zuckerfabrik mal zu verlassen. Im Widerspruch zum Namen gab es dort nämlich weder Naschkram noch irgendwas anderes Essbares, und – gesetzt den Fall, dass man das komplette Konzert über bleibt – ist man bei einer letzten kleinen Mahlzeit gegen 15 Uhr und/oder Medikamenteneinnahme etc. schon irgendwie am Arsch. Achja, und es war das erste Mal (!), dass ich eine Schlange vor der Herren(!)toilette sah. Da kann man sich mal vorstellen wie eng das Teil war...
Noch was? Ahso, SIX FEET UNDER hörten sich nach genau dem Rotz an, den man erwartet hatte. Wohlgemerkt „hörten sich an“, denn angesichts des Gedränges war eine Positionierung weiter vorn als im Vorraum zum Saal gar nicht möglich. Und gar nicht gewünscht, wenn ich mir die schwitzenden Gestalten so angucke, die stinkend vorbeiliefen. Außerdem war mein Ausblick so besser als der auf Chris Barnes – zumindest hatte jener Ausblick keine Dreadlocks, dafür mindestens 4 Brüste mehr...
 
Fazit:
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Ein Konzertbericht, bei dem es zu höchstens 14 Achtundachtzigsteln um die Bands geht. Astrein! Halbwegs vergnüglicher Abend, auch wenn im Vornheraus (Antonym zu Nachhinein) klar war, dass das musikalischer Durchfall ist. Abgesehen davon sei dem Veranstalter vielleicht geraten, dass er sich mehr als Musikliebhaber präsentieren und das Partizip „ausverkauft“ in seinen Wortschatz aufnehmen sollte, denn 400 zufriedene Gäste dürften angenehmer sein als 600 genervte.
 
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Bilder: Torsten / © Final War Mag.
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