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Sicherlich nicht ganz die cleverste Idee, eine ONDSKAPT-Tour acht Tage vor ihrem Headliner-Auftritt bei der gut besuchten „Nacht der drohenden Schatten“ in Speyer zu mobilisieren. Oder mutig, wie man’s nimmt... Sagen wir mutig, das klingt tugendhaft!
Immerhin gab es ja auch THE ONE als finsteren britischen Sahnebonbon dazu (eine Leckerei, die die speyerischen Schattenkünstler ausschlugen) und schließlich bekamen so auch Ost- und Mitteldeutsche eine bequemere Gelegenheit, die Schweden live zu sehen. Weise Entscheidung, diese Gelegenheit wahrzunehmen, oder doch eher eine Erfahrung, die man nicht gemacht haben muss?
Berlins Access-Bar war der Austragungsort des ersten Tourstopps. Mein letzter Besuch dieser Lokalität lag zwei Jahre zurück, und damals in eben genau der Funktion, die im Namen steckte ... als Bar. Ich konnte mich gar nicht an eine Bühne erinnern?! Siehe da, eine kleine Plattform gab es doch irgendwo in Richtung der Klos, vor der sich die 78 zahlenden Gäste bereits quetschten, drängelten und schubsten (nicht viele, was aber nichts daran änderte, dass, als ich mir später eine Eintrittskarte aussuchen wollte, gerade Nr. 88 schon weg war *grml*) ... Sie taten dies nicht etwa, um aufs Örtchen zu kommen, sondern um den Opener DUSKEN zu sehen. Immerhin sah es so in dem kleinen Eck-Kabuff zumindest prallgefüllt aus, was es in der Columbia Halle oder vergleichbaren Lokalitäten wohl nicht getan hätte. 19 Uhr war als Beginn anvisiert, was zugegeben recht früh für einen Freitag ist, aber was will man machen, wenn 22 Uhr als Sperrstunde vorgegeben ist?!
In charmanter Begleitung kam ich gegen 19:15 Uhr an und schließlich wurde in punkto Konzertbeginn 19:40 Uhr draus - immer noch zum Gram einiger Besucher, die sich auf die Angabe „20 Uhr“ der Access-Seite verließen. Widersprüchliche Angaben bzgl. des Konzertbeginns auf Seite und Flyer. Ärgerlich...
DUSKEN legten einen ähnlich guten Auftritt wie in Ellrich hin. Authentischer Black Metal mit sehr düsterer Atmosphäre, gerade in den langsamen Parts. Definitiv empfehlenswert, auch live! Ihre Show beinhaltete wieder ein DARKTHRONE-Cover, jedoch nicht auch ein VON-Stück. Es herrschte eine merkwürdige Proberaum-Atmosphäre in dem Schuppen. Lichttechnik hätte es wohl nur gegeben, wenn sich jemand an den Schalter gestellt und diesen stets umgelegt hätte. Ich glaube, die Drums waren gar nicht abgenommen. Nunja, wäre vielleicht auch übertrieben gewesen hier großes Sound-Geschütz aufzufahren...
Mit THE ONE konnte ich mich an diesem Abend nicht anfreunden. Die Reaktionen auf ihren letzten Deutschland-Gig beim sechsten „Calling For Battle“ waren ja euphorisch. Ich kann mich noch an dutzende Mails der Art „Wo kann ich CDs von denen kaufen???“ erinnern... und ebensoviele „Keine Ahnung.“-Antworten. Erneut ins schwarz gefärbte Starwars-Jedi-Outfit gesteckt und ab ging die Luzi! Es mag am Sound gelegen haben, aber irgendwie war mir das nichts. Besser gesagt: Es war ok, aber gerade in Anbetracht der besagten Reaktionen hätte ich mehr erwartet. Zu der Band werde ich mich aber noch mal (positiver) in diesem Heft äußern, also belassen wir es fürs Erste dabei.
ONDSKAPT begannen. Und brummelten sogleich irgendwas von „Riots“ und „Violence“ in die Masse. „Hat der da ein Coca Cola Shirt an?“ Nein, „Enjoy Cocaine!“ war es und erinnerte mich sogleich an ein SPEAR OF LONGINUS Foto mit „Nazi“-Shirt in Nike-Optik. Soso, sie provozierten also gern, diese Schweden. Viel mehr als diese kindische Animation zu Gewalt und „Exzess im Access“ kam beim Auftritt der Band nicht rum. Musikalisch fand ich das Dargebotene wenig ansprechend. Selbiges kann ich jedoch auch von den Platten der Band behaupten, und live waren ONDSKAPT vergleichsweise erträglicher.
 
 
 
 
Fazit:
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Nicht lang nach 22 Uhr war dann dieses eher unbefriedigende Konzert vorbei. Angeblich sollen ONDSKAPT noch persönlich versucht haben, Merchandise an den Mann zu bringen... Geht es peinlicher? Für einen Berliner war dieser Freitag sicherlich eine willkommene Gelegenheit, sein Wochenende einzuläuten, aber für Außenstehende passten die (abgesehen vom Gesaufe) wichtigen Faktoren (Stadt, Bands, Club, Sound) nicht für das Prädikat „lohnend“. Die beste Band war definitiv DUSKEN. War es in „Nordhausen“ besser? Und warum „Nordhausen“ in Gänsefüßchen? Antworten auf den kommenden Seiten!
 
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Bilder: M.S. & Torsten / © Final War Mag.
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