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„Kommste auch ins ST?“ ... Wer kennt es nicht: Zwischen Kommilitonen oder Arbeitskollegen fallen reihenweise irgendwelche „Szenekneipen“ und man selber kann nicht mitsprechen, ist einem als schwarzmetallischer Partymuffel doch diese ganze Disco-Branche zuwider. Doch jetzt kann T.B. mitreden, jaha. Grund: Der Tourstopp von NEGURA BUNGET ist von der „Alten Zuckerfabrik“ (ehemals bekannt als Abzocker-Schuppen-Hoch-10-Toxis oder „Wir glauben alles, was im Internet steht“-Toxis oder „Wir haben nächsten Donnerstag doch keine Lust mehr, den Saal für das Konzi zu stellen, weil in der Gay-Bar Happy Hour ist, aber das sagen wir nicht und schieben lieber fadenscheinige Gründe vor“-Toxis) in eben jenes Studentenlokal verlegt worden. Die Dimensionen muss man sich gemütlich vorstellen. Eine kleine Bühne, ein paar Bänke an den Seiten und schon war nicht mehr viel Platz zwischen Bar und Band. Da werden die Rumänen sicherlich auch nicht dumm geguckt haben, kamen sie doch frisch aus dem Hamburger Marx in die beschaulichere Hansestadt getrudelt. Aber wir kennen NEGURA BUNGET ja ... urgemütlich, bärtig, bescheiden und immer ein „thank you very much“ auf den Lippen.
Pünktlich zum angedachten Beginn um 21:30 Uhr erschienen wir vor Ort, zahlten die 10 Euro Eintritt und vernahmen bereits die ersten Klänge, die prompt zum Headliner gehörten. Ok, Soundcheck. Ich ließ es mir nicht anmerken, aber ungeduldig war ich schon, immerhin war es ein Mittwoch und der nächste Tag sollte früh beginnen. Mit nicht allzu großer Verspätung begannen dann KATHAARSYS (nein, nicht KATHARSIS), ein spanisches Metal-Trio mit Bass, Gitarre und Schlagwerk. Wo waren IN ELEMENTS, die dritte Tourband? Egal. KATHAARSYS wurden im Vorfeld als „progressiv“ beschrieben, und sollte man es so zu bezeichnen pflegen, wenn die Instrumente irgendwie gegeneinander laufen (bzw. „kämpfen“), dann trifft das durchaus zu. Die Herren (und eine Dame) verstanden ihr Handwerk, obwohl sie etwas gelangweilt wirkten. Insbesondere das Schlagzeug gefiel mir, aber dieser Kram war nichts für mich. Kein roter Faden, komischer klarer Gesang ... fetzig war es schonwieder, dass sie es in den vielleicht 40 Minuten auf ganze vier Songs brachten. Naja, es gibt sicher schlechtere Vorbands, aber ich war froh, als das vorbei war ... Anderen gefielen die Spanier jedoch ausgesprochen (!) gut.
Nach angemessener Umbaupause waren NEGURA BUNGET am Zuge. Der Club war mittlerweile gut gefüllt. Annähernd 60-70 Mann werden es wohl gewesen sein, wenn nicht 80!? Man merkte jedenfalls, dass die Kapazität langsam erreicht war, auch wenn man noch einigermaßen frei stehen konnte. Ich halte denjenigen trotzdem für einen Spinner, der sagte, das Ganze hätte in der Stadthalle (Fassungsvermögen: 6.000 Personen) vonstatten gehen müssen. Ohne das geschätzte Gänsehaut-Intro legten die Rumänen zackig los. In einem sauberen Sound erlebte ich nun zum dritten Mal in diesem Jahr die perfekt harmonierenden Musiker von NEGURA BUNGET, es sei denn, wir zählen die beiden halben Male zu nur einem zusammen, dann wäre es das zweite Mal. Es war alles dabei, was man sich erwartet hatte. Viel Leidenschaft, Percussion, langes Blaserohr und dies und das. Mit Liedtiteln kann ich nicht dienen, die vergesse ich bei NEGURA BUNGET immer, bzw. merke sie mir gleich gar nicht. Aber „Vazduh“ war als Zugabe dabei. Gegen Ende erschien mir der Sound ziemlich laut zu werden, aber was soll’s. Die Spielzeit war genau richtig. An sich sowieso alles an dem Gig. Diese Musiker sind absolut hervorragend und komponieren schlichtweg mächtige Stücke, die sie live zur vollen Entfaltung bringen. Leider sieht man sie viel zu häufig in Deutschland. Mehr Exklusivität würde da nicht Schaden. Ein Highlight ist die Band live ja...
 
Fazit:
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Nun zum Fazit: Schöne Sache, wenn man abends mitten unter der Woche einfach mal zu einem schönen Konzert gehen kann. KATHAARSYS waren verkraftbar und NEGURA BUNGET spitze. Zwar lag der Altersdurchschnitt des Publikums nicht ganz bei Volljährigkeit, aber ich könnte nicht sagen, dass mir da irgendwer negativ auffiel. Es war ja auch Mittwoch, da kann sich niemand besaufen... Obwohl, einigen Lesern wird das wohl zuzutrauen sein!? Egal ... Schönes kurzes Konzert (um 00:30 Uhr waren wir wieder daheim) und T.B. kann nun endlich mitreden. „ST?! Da war ich schon mal!“
 
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Bild: Torsten / © Final War Mag.
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