Interregnum 2008 - Festivalbericht
von Torsten

Donnerstag ist prinzipiell ein blöder Tag, um ein Festival zu beginnen. Von Natur aus wird sich das Publikum eh nur aus Arbeitslosen, Studenten oder Schülern zusammensetzen, die sowieso am Freitag entweder nichts vorhaben oder etwaige Verpflichtungen getrost platzen lassen können. Hinzu kommt das arbeitende Volk, welches nachts zurückfahren kann ... oder jene Lokalenthusiasten, die sich für vier Bands mittleren bis niedrigen Bekanntheitsgrades + ein Tag mehr Saufen Urlaub nehmen. So stand man also vor einer schwerwiegenden Entscheidung: BESATT u. a. beim am stärksten Black Metal orientierten Festival dieses Bundeslandes oder „Fiktionale Erzählliteratur in Rom“. Klare Sache! Dummerweise fiel die Vorlesung aus, also ab nach Gnoien – Austragungsort des ersten Interregnum-Festivals, legitimer Nachfolger des Bands Battles in Stavenhagen und Anlassgeber für Wortspiele fäkaler Art und Weise („Interrektum“). Es erwartete den Besucher ein beschauliches Ambiente mit familiären (Euphemismus!) Größenverhältnissen, aber sehr wohl einladend. Sollte es voll werden, das war klar, stünde die letzte Reihe bereits im bühnennahen Tümpel, von dem aus ein lascherer Steinwurf die Bands bereits hätte treffen können. Nach Ankunft gegen 21 Uhr wurde natürlich erstmal die Umgebung inspiziert. Ein Pfau streift unseren Weg, wenig später mehrere Ziegen und ein Pony. Angenehm abgeschottet umrahmte das Festival also eine idyllische Flora und Fauna, nahe einem Pferdehof und sieben Dächern, die wahrscheinlich zu drei Häusern und vier Scheunen gehörten. Viel mehr war da auch nicht. Die nächste Einkaufsgelegenheit befand sich in ca. 3 km Entfernung in Gnoien. Natürliches Ambiente gut und schön, aber eklig waren die allgegenwärtigen Hinterlassenschaften reger Verdauungsaktivitäten des lokalen Viehzeugs schon ein bisschen. Teich, Sonne, Scheiße – ein Mückenparadies, dass es mich heute noch juckt!

Donnerstag, 05.06.2008

Mit anständiger Verspätung startete der „Warm-Up-Donnerstag“ mit BESATT sowie drei Vorbands, die ausnahmslos belanglos bis grottenschlecht waren. ABENDLAND, der Opener, war wochenend-finsterer Black Metal mit pseudo-theatralischer Geigeneinlage. Mir fehlen beinahe die Worte! So etwas Schlechtes habe ich überhaupt noch nicht gesehen. LEGIO MORTIS ... könnte knapp werden mit den 6.000 Mann auf der Bühne, aber zum Glück trat die „Legion“ in Unterbesetzung auf. Das Stöhnen beim Soundcheck ließ vermuten, dass man das Mikro einfach vergessen hatte abzunehmen und mit auf Klo schleppte. Fehlten nur noch die Pissgeräusche, dann wäre die „Nackte Kanone“-Reminiszenz perfekt. Der Dark/Black Metal der Band war melodisch und weniger schlecht als ABENDLAND, was aber nicht schwer war. SKADY war die nächste annähernd regionale Band. Regional genug, um sich fremdzuschämen. Was glaubt der Sängerhansel eigentlich, wer er ist und wie toll seine Band ist, dass er sich mit dämlichen Ansagen wie ein Rockstar vorkommt und zum Schluss BESATT auch noch verhohnepipelt, nur, weil er Frontmann einer miesen Gurkentruppe ist, die schamlos bei manch anderer Band (METALLICA, MARDUK,...) klaut?! Kotz. BESATT waren dann die erste wirklich ernstzunehmende Black Metal Band. Leider hatte der Soundmann keinen Schimmer, wie so eine Band zu klingen hat, sodass der Sound irgendwie auf Metalcore getrimmt war. Schlagzeug und Gesang viel zu laut, Vocals ohne Hall und völlig trocken, Gitarren kaum zu hören. Zum Glück sind viele ihrer Songs relativ langweilig, aber schade war es um „Baphomet“ und „Ave Master Lucifer“. Nunja...

 

 

Freitag, 06.06.2008

Der Freitag wurde mehr oder weniger sinnvoll über die Runde gebracht, z.B. mit dem Lauschen „gehaltvoller“ Monologe über Rentnerscheiße. Nach dem, um es schön zu reden, durchwachsenen Donnerstag war meine Lust auf Live-Musik mittlerweile auch auf ein Minimum geschrumpft. Dank der großzügigen und exquisiten Verpflegung durch meine Pavillon-Kumpanen stieg aber meine Laune wieder... Der Zeltplatz füllte sich nur schleppend, man könnte beinahe das Unwort des vergangenen Jahrzehnts in den Raum werfen: Minuswachstum.

Um 17 Uhr ging es mit ISSMAHD los, die kuschelig-melodischen Pagan Metal spielten. Nicht meine Welt, aber solide. Mittlerweile schien sich am Mischpult auch etwas getan zu haben, denn es klang deutlich besser als noch am Donnerstag. Es folgten MAGNIFICAT mit viel Gitarrengefrickel und einem anständigen Auftritt, doch sehe ich keinen Grund darin, mich groß auf diese Band beim U.T.B.S. zu freuen... „Nett“ sollte hier dennoch nicht als kleiner Nachbar von „scheiße“ verstanden werden, war schon OK. Die folgende Pausenzeit wurde genutzt, um der gewohnten und meist kostspieligen Shoppingtour durch die Stände nachzukommen. Überraschend viele davon waren aufgebaut, sodass ein deftiges Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage zuungunsten der Nachfrage entstand. Ein Stand wurde aber kurze Zeit später wieder frustriert abgebaut, sei es durch den geringen Verkauf oder die Lust auf exzessiven Alkoholgenuss. Den Rest bildeten neben Twilight u.a. auch Ketzer, irgendsoein Polen-Stand und einer, bei dem es explizit das oberelitärste Zeug aus den „Waffenkammern und Propagandaministerien“ dieser Welt und ganz Germaniens gab. Da passt natürlich auch gut ins Bild, dass als nächstes NORTH aus Polen auf dem Programm standen, welche im vergangenen Jahr eine Split mit GRAVELAND, NOKTURNAL MORTUM und TEMNOZOR vorzuweisen hatten. Ihr Auftritt war der beste des gesamten Festivals bis hierhin. Kalt, ernst, räudig, bissl pagan. Doch, hat mir sehr gefallen... Übrigens eine nette T-Shirt-Schau mit drei verschiedenen bandeigenen Hemden und einem TEMNOZOR-Shirt. Immerhin besser als das ... äh ... Winkelelement um den Hals am Folgetag.

Die kommenden SAXORIOR waren weniger mein Ding, auch wenn ich die Bühnendarstellung durchaus sympathisch fand. Die Musik, wie auch auf Platte, jedoch eher nicht. Die nun in den Startlöchern stehenden SLECHTVALK waren das Pagan Metal Highlight aus Holland schlechthin! So zumindest der Veranstalter, der wirklich JEDEN Auftritt mit irgendeiner grenzdebilen Ansage einleiten musste. Ich erinnere mich an BESATT: „Wollt ihr satanischen Black Metal??? Besatt! Besatt! Besatt!“ ... Ich war jetzt schon besatt. Blöd nur, dass sich hinter SLECHTVALK, ob man sie nun Pagan oder Viking Metal nennt, in Wirklichkeit ein Christenpack verbirgt, vielmehr der Fantasy-LARP-Ableger des niederländischen Y.M.C.A., angemalt mit Dreck und aufgepeppelt mit der strahlend evangelischen Fröhlichkeit eines analgefickten Hamsters, dass es ihren belanglosen melodischen White Metal (?) beinahe überspielen konnte. Es wäre vermutlich ein wahnsinnig witziger Anblick geworden, wenn all die herumhopsenden Fans, die in der ersten Reihe in ihren satanischen Black Metal Shirts abgingen, auch noch Textzeilen wie „but I know you will return and bring a kingdom of love and peace“ oder „the end has come for the spirits of evil“ (beide vom ersten Album „Falconry“) mitgegröhlt hätten! Witzig... oder traurig. Ob sie den Auftritt bei Tageslicht vehement forciert haben? Immerhin waren sie ja bei Fear Dark Records. Keine Ahnung, mir war auf jeden Fall mächtig schlecht(-valk) und ich kann die Inkonsequenz, sowohl seitens des Veranstalters als auch seitens der Band, überhaupt nicht gutheißen. „Hail Satan in the name of Jesus“?! Wie dem auch sei, kommen wir zu DIES ATER, die als „Country Band“ angekündigt wurden. Voll?! Egal, nach den unerträglichen niederländischen Ministranten stieg der Testosteronspiegel wieder mächtig an und die Berliner legten einen verdammt lässigen Auftritt vor kleiner (aber teilweise lautstarker) Runde hin. Bzgl. des Sets, das zum Großteil aus Songs der „Chanting Evil“ („Der Wächter“, „Rausch der Macht“,...) und „Odium’s Spring“ (z.B. „Die Gewissheit zu siegen“) bestand, hätte es bandhistorisch ruhig noch etwas nach hinten gehen können. Mir fallen da besonders ein paar Stücke der „Reign Of Tempests“ ein. Macht aber nichts, dafür rasselten DIES ATER, ohne Corpsepaint aber mit Sonnenbrillen, mächtig gute Coverversionen von ISENGARD („Storm Of Evil“ in klarem Gesang) und BURZUM („Stemmen Fra Taarnet“, das mir Word gerade als was anderes verkaufen wollte ... aber ich kenne gar keine Frau Taarnet!) herunter.

Der Freitag hatte seinen Höhepunkt, daran konnten auch TYR von den Färöer Inseln nichts ändern. Aber glücklicherweise waren mir die „Minusqualitäten“ des Eunuchenchores bereits bekannt, sodass getrost ein Bogen um den „Headliner“ gemacht werden konnte, der seine Anhänger aber sicherlich auf die Kosten gebracht haben dürfte. TYR waren vorbei, da durfte natürlich die nächste behämmerte Ansage nicht fehlen. „Das was jetzt kommt ist einzigartig.“ Soso ... „Wird es nie wieder geben“ Meinen mächtig guten Schiss vom Nachmittag auch nicht. „Der erste und letzte Auftritt von GROZA“ Von wem?? Nunja, man kann halt alles irgendwie verkaufen, sei es auch dieses „Jahrhundertereignis“. Wie klingen diese Türken nun? Was man als „Turkish Black Metal“ bezeichnete, aber auch „Dönerian Pagan Madness“ nennen könnte, war gar nicht mal so schlecht wie die unappetitliche Aussprache des Bandnamens vermuten dürfte. Ziemlich melodisches Zeug mit viel Keyboard. Ging in Ordnung... und natürlich bin ich waaahnsinnig stolz bei diesem absolut rare-and-never-seen-before Event dabei gewesen zu sein, ehem. Was MORTAL INTENTION angeht, so muss ich passen, denn irgendwie mag ich mich nicht erinnern. Ich denke, der Auftritt zu später Stunde, wie auch die Alben der Band, sind im Mittelfeld anzusiedeln, denn ob absolut negativ oder exorbitant genial, beides wäre hängen geblieben...

           

     

 

Samstag, 07.06.2008

Samstag. Meine Laune stieg wieder, da am Freitag zum einen der Sound besser wurde, zum anderen ein Händchen für unbekanntere Namen bewiesen wurde (NORTH, GROZA), von denen einige am Samstag auf dem Billing standen. Dem Veranstalter dürften mittlerweile aber graue Haare entstanden sein, denn auch die letzte Hoffnung, die Tageskartenkäufer, blieb unerfüllt. Es waren dann, ich darf die Endabrechnung vorwegnehmen, abzüglich Presse und Bands wohl deutlich weniger als 100 zahlende Gäste. Gemütlich also. Weniger gemütlich (dumme Überleitung, ich weiß...) waren die BMler von CARTHAUN, die einen guten Gig hinlegten, ohne weiteren Wirbel zu machen. Einstieg gelungen. DRENGSKAPUR, zwei Berliner, haben sich ihre Bühnenpräsenz anscheinend von THE ONE abgeguckt, inkl. tief ins Gesicht gezogenes Cape. Sah dabei nicht ganz so authentisch aus, aber musikalisch gingen ihre sehr langen Titel in Ordnung. Melodisch und fließend machte der Gitarrensound schon was her. Mit GRABAK aus Leipzig folgte eine liveerfahrene Band, die sicherlich nicht ihren besten Gig vor einem in der Hitze müde dahinschmelzenden Publikum geringer Größe gab. Gut war es dennoch, die beiden Bässe machten ordentlich Druck und das Set konnte routiniert heruntergerasselt werden, eingekeift von teilweise sehr hohem Kreischen. Leider kannte ich kaum einen der Titel, da ich die Band nach „Encyclopaedia Infernalis“ nicht weiter verfolgte.

Lauter Bands, die alle "so einigermaßen gut" waren?! Geht das jetzt so weiter?! Nein nein, zu ARATHYR kann ich z.B. gar nichts sagen, ich erinnere mich nämlich überhaupt nicht. Dafür zu XERION. Vom Zeltplatz klang das alles ziemlich unspektakulär, da man eigentlich nur Schlagzeug hörte. Schlaue Entscheidung, dennoch auf das Gelände (ca. 30 Sekunden Fußweg entfernt) zu gehen, denn besonders die wunderbaren Basslinien gefielen mir sehr. Fetziges, finsteres Material. Nun kamen SLIPKNOT. Nein, Moment, THYRUZ hießen diese Norweger, sahen aber, flankiert von gewaltigen Plastikknochen, so aus, als hätten sie ihr Bühnenoutfit aus den Restekisten von SLIPKNOT, SONS OF TARANTULA und dem Fetisch-Ausverkauf des örtlichen Pornoshops zusammengekramt. Muss Taktik gehabt haben, denn schloss man die Augen und war nicht erstaunt/angewidert über das, was sich da optisch auf der Bühne abspielte, vernahm man einzig belanglosen, langweiligen Haudrauf-Black Metal. Viel Show, nichts dahinter. Das komplette Gegenteil boten GJENFERDSEL, ebenso Norweger. Ruhig und zurückhaltend in ihrer Art, rasselte aus den Boxen dafür feinster, fetziger Norge Black Metal, wobei die Band die kalte Atmosphäre ihres äußerst gelungenen Albums sehr authentisch umsetzen konnte. Top! Sowohl musikalisch (aggressiver, melodischer Pagan Black Metal) als auch optisch sprach mich OBSCURITY um Frontmann Käpt’n Rotbart wenig an.

MORIBUND OBLIVION waren im Prinzip das gleiche Türken-Paket wie am Vortag GROZA, lediglich mit Corpsepaint. Sie klangen auch einen Tick anders, nämlich aggressiver und ... noch ein bisschen besser. Die feine Melodik hatte was, wodurch eine angenehme und düsterromantische Atmosphäre herrschte. Fein! Vor-vor-vor-letzte Band aber dennoch bereits Highlight des Festivals waren anschließend MORRIGAN! Gut, die Livequalitäten der Band sind hinlänglich bekannt, aber ihr Gig übertrumpfte meine letzte Bühnenbegegnung mit ihnen um einiges. Ein klasse Sound und eine exquisite Songauswahl („Cythraw“, „When Thousand Candles Cry“, „Beyond The Green Hills“, „In Memorian“,...) ließen im vorderen Bühnenbereich einen enthusiastischen Pulk entstehen, der sich sogar zu Pogo-Ansätzen hinreißen ließ. Vorne hörte man leider nur diesen krassen Gitarrensound, etwas weiter hinten konnte der Besucher aber auch dem vorzüglichen Gesang lauschen. Dieser verstummte leider viel zu früh, da halfen nach der ersten Zugabe auch die frenetischen „Morrigan!“-Rufe nichts... Der „Headliner der Herzen“ verließ die Bühne, der offizielle Headliner (natürlich aus Norwegen) betrat selbige. So ganz wusste ich im Vorfeld nicht, was mich erwarten sollte, konnte ich noch nicht mal den Namen von PANTHEON-I richtig aussprechen („Pantheon One“? „Pantheon Eye“?). Ändert ja auch nichts daran, dass sie verflucht schnell und technisch ihr einstündiges Set herunterzockten. Ging in Ordnung, war aber nicht ganz mein Fall. Definitiv eine der weniger nennenswerten Norweger-Truppen. Ich glaube ja beinahe, für 50% der (männlichen, sabbernden) Zuschauer vor der Bühne waren nur die Dame am Cello und die damit verbundenen in Wallung kommenden Hormone verantwortlich. Nach drei versifften Tagen ohne Frau, Hygiene oder einer Thermoskanne mit Hackfleisch, was will man da erwarten...?!

Her mit dem Astloch! Oder mit satanischem Black Metal, wie ihn DARKENED NOCTURN SLAUGHTERCULT bieten! Herrje, schonwieder eine miese Überleitung... Egal, D.N.S. verwandelten die Bühne in einen puren, teuflischen Schlüsselreiz inkl. Pentagramm, Schädeln, Kreuzen uvm. . Für die schon vorangeschrittene Uhrzeit ließen sich erstaunlich viele Personen mit Blut bespucken und lauschten euphorisch bangend einem Querbeet-Set, beginnend mit „Das All-Eine“, gefolgt von Titeln wie „Follow The Calls For Battle“, „Thanatos“, „Slaughtercult“, „Hora Ruid“ oder „Bearer Of Blackest Might“. Neue Stücke gab es keine, denn diese besitzen noch keine Texte. Trotzdem geiler Auftritt, nicht zu routiniert, aber fesselnd und satanisch. Da war einem schnell das Arte-Trallala egal. Eine gute Ergänzung stellt übrigens der neue Bassist dar, der viel Energie rüberbrachte und der Meute einen weiteren Bezugspunkt auf der Bühne bescherte. Mängel gab es lediglich bei Sound und Technik, denn teilweise fiel der Bass aus, was zu einer längeren Pause führte, andererseits war auch der Gesang etwas leise. Dafür muss ich nun endlich mal lobend den Lichtmann erwähnen, denn sämtliche nächtliche Bands hatten beim Interregnum eine sehr gute Lightshow. Es war ca. 3 Uhr, als nach D.N.S. dann der „eigentliche Headliner“ SILENT LEGES INTER ARMA dem Festival den Sargdeckel zunagelte. Dies taten sie mit old schooligem Schwarz/Weiß-Black Metal, der mir aber auch nach dem zweiten Auftritt in 2 Monaten nicht weiter im Ohr bleibt. Zum Feuerspucken kam es nicht mehr und irgendwie war die Band nie mit dem Sound auf der Bühne zufrieden, was das anwesende Dutzend nimmersatter Zuhörer nicht gestört haben dürfte. Verhaltener Applaus, die aufgehende Sonne im Hintergrund, ein paar nette Worte ... und es war Schluss!

           

           

 

Fazit:

So, viel geschrieben, Positives und Negatives, und wie schaut nun das Fazit aus? Nun, das erste Interregnum hatte einige Anlaufschwierigkeiten. Dennoch steigerte es sich über den Freitag und Samstag sowohl band- als auch soundtechnisch zu einem gelungenen Black/Pagan Fest mit Aussetzern sowie Höhepunkten, was leider nur von enorm wenigen Besuchern gewürdigt wurde. Vielleicht sollte man überlegen, im nächsten Jahr nicht so viele Bands und dafür hochkarätigere Namen zu organisieren. Man bewies zwar ein Händchen für eher unbekannte Gruppen, die teilweise sehr überzeugen konnten (XERION, MORIBUND OBLIVION, GJENFERDSEL,...), doch waren es im Endeffekt die gestandenen Truppen, welche die Leute vor die Bühne lockten (DIES ATER, D.N.S., MORRIGAN). Wenn wirklich große Headliner gesichert sind, können Lücken dann auch gern mit ein paar Überraschungen gefüllt werden. Bitte aber nicht kostümierte Norweger-Lümmel oder feuchtfröhliche Messdiener inkognito. Unterm Schnitt war es 2008 aber ein feines kleines Festival (wahrscheinlich kleiner als gedacht), dessen einladendes ländliches Ambiente am Ponyhof in etwa so wirkte, als hätte man das U.T.B.S. in Helenenau zu heiß gewaschen. Summa summarum das mir sympathischere große Metal-Festival dieses Bundeslandes und eine mehr als willkommene Alternative zum immer nervigeren Barther „mimimi, du hast unsere Bands beleidigt“ Metal „dafür kriegst du Hausverbot, heul“ Openair.

 

Bilder: A.U. & Torsten / © Final War Mag.