INQUISITION / MERRIMACK / NYKTALGIA / NECROS CHRISTOS
- 27.03.2005 in Berlin -
von Wurzelgeist

Es war für viele das Konzert des Jahres, denn so viele hochkarätige Bands auf einem Haufen sieht man selten. Mit den örtlich variierenden Vorbands von MERRIMACK und INQUISITION wurde zusätzlich Anreiz geschaffen, vielleicht auch mal einen etwas weiteren Weg in Kauf zu nehmen. So kam es, dass man in Berlin auch viele Leute antraf, die ebenfalls am Vortag in Bitterfeld anwesend waren. Die Festung ist und bleibt allerdings vom Gesamtpublikum her einzigartig und auch irgendwie sympathischer. Im Gegensatz zum Konzert in Bitterfeld ging es im Berliner K17 nicht nur pünktlich, sondern sogar überpünktlich (zum Leidwesen einiger Besucher, die dadurch bis zu zwei Bands verpassten) zur Sache. Einen Bandausfall wie in der Festung gab es hingegen nicht zu beklagen.


Necros Christos

Somit eröffnete NECROS CHRISTOS planmäßig den Abend. Die Berliner Necro Deather dürften relativ unbekannt sein, denn, wie in der Einleitung angedeutet, hat man diese Band, sogar in Berlin selbst, selten oder großteils sogar noch gar nicht zu Gesicht bekommen. Davon abgesehen handelt es sich um ein totales Underground-Projekt, was man schon unschwer an den strengen Limitierungen der veröffentlichten Tonträger erkennen kann. Dennoch hatte ich das Glück die Band vorher unter anderem durch ein Tape-Album kennenzulernen, was meine Vorfreude auf das Konzert nur noch mehr gesteigert hatte. Normalerweise besteht die Band aus zwei Leuten, die Gitarre, Schlagzeug und Mikro bedienen. Zur Unterstützung war diesmal aber auch ein Bassist anwesend, der für besseren Live-Sound sorgte. Treibender, klarer und doomig angehauchter Death Metal erfüllte die Halle, der eine Atmosphäre hinter sich herzog, die für einen Black Metal Abend nicht passender hätte sein können. NECROS CHRISTOS erfüllten meine Erwartungen völlig und sorgten dadurch schon mal für einen guten Anfang.

       

 


Nyktalgia

Ohne lange Umbaupause standen dann auch schon NYKTALGIA auf der Bühne, die mit ihrer ersten und bisher einzigen Veröffentlichung eingeschlagen haben wie eine Bombe. Dementsprechend war es auch sicher interessant zu sehen, zumindest für die Leute, die am Vortag nicht der Tour beigewohnt haben, ob die Band ihr Niveau auch live halten kann. Meiner Meinung nach taten sie es. Sehr gute Gitarren-, Bass- und Schlagzeugarbeit, verbunden mit annehmbaren Sound und der auch live überzeugenden und sehr schmerz- und hasserfüllten, hohen Kreischstimme sorgten dafür. Von der Präsentation ihrer Musik erinnerte vor allem der Sänger stark an den SATANIC WARMASTER -Auftritt beim UTBS 2004, nur, dass hier anstatt „elitärer Behäbigkeit" wohl eher „elitärer Ekel" vorherrschte, sei er durch das Publikum hervorgerufen oder durch die Erkenntnis man habe mit der Livedarbietung dieser Musik einen Fehler begangen. Ich vermute mit dieser Einschätzung liege ich nicht ganz falsch, zumal NYKTALGIA nach 3 Songs den Auftritt abbrachen (in Bitterfeld waren es zumindest 4 oder 5 Songs). Später kamen mir auch Gerüchte zu Ohren, die vom letzten Live-Auftritt der Band überhaupt sprachen.

         

 


Merrimack

Wie dem auch sei: MERRIMACK waren an der Reihe und prügelten und kreischten gewohnt darauf los. Sehr hasserfüllt und hingebungsvoll war dieser Auftritt, was für Leute, die die Band schonmal erlebt haben aber nicht gerade überraschend gewesen sein dürfte. Wie sagte ein Kumpel doch so schön: „Der Typ ist vom Teufel besessen!". Es gab also nichts zu meckern. Schade, dass es MERRIMACK bisher nicht geschafft haben, mich auch von CD zu überzeugen. Live tu ich mir die Band aber gern an und auch dieser Auftritt änderte nichts daran. Eine Veränderung ist mir jedoch aufgefallen: Entweder ich war auf dem UTBS 2004 nicht ganz bei der Sache, oder MERRIMACK wird erst neuerdings durch die Bassistin von CORPUS CHRISTII unterstützt.

         

 


Inquisition

Nun war es aber Zeit für den Headliner: INQUISITION haben ihren Kultstatus nicht zu unrecht. „It's no music, it's a fucking ritual!", um hier mal wieder ein Zitat anzubringen. Genialer Auftritt, bei dem von der Musik bis zur Präsentation alles stimmte. INQUISITION ist trotz zwei Instrumenten eine Wand, sowohl von der Musik, als auch von der Atmosphäre her. Vielmehr kann man dazu eigentlich auch nicht sagen, denn auch das neue Material, das zum Besten gegeben wurde, unterscheidet sich nicht so stark vom alten, dass es erwähnenswert wäre. Genauso genial ist es aber für mich trotzdem.

           

 

Fazit:

In diesem Sinne… Hail Lucifer!
Noch ein paar Bier getrunken und der Abend, der alle Erwartungen voll erfüllt hatte, war beendet.

 

Bilder: Wurzelgeist / © Final War Mag.