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[Für den Beginn des Satzes hier klicken!]... um gegen 6:45 Uhr wieder aufzustehen, denn Ellrich ist kein Katzensprung und immerhin stand der einzige Tourstopp auf dem „Heinous Path“ in Deutschland an. Diese Tour wechselte seit dem ersten Angebot mehrmals ihr Angesicht. Glücklicherweise werden wir die Bands, die ganz am Anfang geplant waren, in diesem Jahr noch live zu Gesicht bekommen, die, die es schlussendlich dann geworden sind, anno 2009 wohl nicht mehr, wenn überhaupt jemals wieder. Was die Fahrt anbelangt, so wäre jetzt wohl der Platz für irgendwelche blöden Insider, aber ich weiß selber gar nicht mehr, warum mir gerade „Stiletto“ in den Sinn kommt... hehe
Mit CELESTIAL BLOODSHED aus Norwegen und den beiden Finnentruppen BAPTISM und SARGEIST stand ein gewaltiges Paket, fertiggeschnürt von Blasphemous Underground / Debemur Morti, vor den Türen des Lindenhofs. Mindestens so gewaltig wie der Tourbus, der, wenn man kurzzeitigen Besuchern glauben mag, gar über eine Playstation und sonstigen Schnickschnack verfügte... aber das nur am Rande.
Vor der Halle und im unweit entfernten Edeka sammelten sich bereits die vielen vielen Grüppchen, die zunächst noch vertröstet werden mussten. Es zog sich etwas hin, aber schließlich (mit circa einstündiger Verspätung) öffneten sich die Pforten zu Black Metal, Cuba Libre und der warmen Alternative zum kalten und verflucht glatteisigen „Draußenrumstehen“.
VAE VICTIS aus Schwerin waren die Opener. Aus Schwerin!!! Man mag es nicht für möglich halten, aber der einzige Trara, den es von Seiten des Ordnungsamtes im Vorfeld gab, bezog sich auf diese Band. Es ist natürlich viel naheliegender, dass die sachsen-anhaltinische Rechtsrockband mit dem gleichen Namen am heutigen Abend spielt. Ehem... Zur Band selber kann und möchte ich nicht viel sagen, denn zu mehr als ein paar Alibi-Fotos kam ich nicht. Es begann anscheinend mit „Black Fucking Thrash Metal“ vom gleichnamigen Album. Der Black/Thrash gefiel mir live nicht sonderlich, aber da ich mir kein ordentliches Urteil bilden kann, soll es damit getan sein.
Von DUSKEN bekam ich mehr mit. Die Band absolvierte auf dem Fireblade Force ihr Live-Debüt, gibt sich jedoch schon in Ellrich routiniert. Nicht im Sinne von „professionell abgebrüht“, sondern mit der nötigen Ruhe und dem Selbstbewusstsein, das es braucht, um die erhaben finstere Atmosphäre eines „Pyrimanes“-Albums authentisch und überzeugend live darzubieten. Die Bandmitglieder entstammten allesamt dem NACHTFALKE/KRATER-Umfeld, doch um ehrlich zu sein war DUSKEN beiden anderen Bands an Bühnenatmosphäre überlegen, was durchaus überrascht, konnte ich mir beim Hören der Alben doch eine adäquate Live-Umsetzung nur schwer vorstellen. Das DARKTHRONE-Cover kam gut, VONs „Satanic Blood“ wirkte zum Abschluss jedoch etwas überflüssig.
Dann war die Stunde des „Heinous Path“ gekommen. CELESTIAL BLOODSHED absolvierten ihren ersten Deutschland-Auftritt. Es gingen ja Gerüch(t)e umher, dass die Band ihre Bühnenklamotten gern mit einem verwesenden Paarhufer zusammen aufbewahrt, um „the smell of death“ an die Schleimhäute zu bringen ... was auch definitiv stimmt, doch in Ellrich rochen die Norweger wie ein junger Frühlingsmorgen. Nungut, nicht ganz, aber es war keine WATAIN-Stinkerei zu vernehmen. Lenkte also wenigstens auch nichts vom musikalisch Dargebotenen ab, das sämtlicher Beschreibungen erhaben war. Richtig gelesen, CELESTIAL BLOODSHED sind eine wahnsinnig gute Liveband! Das Material war verdammt düster dargebracht und ging verflucht unter die Haut. Passend dazu die theatralische Performanz eines Sängers, der (auch mit Nieten) wohl kein Zentner auf die Waage bringen wird. Es sah alles dreckig und abgefuckt aus, doch die Musik (hauptsächlich bestehend aus Titeln des Albums) bestach insbesondere durch die eiskalten Melodien. Mitreißend!
BAPTISM schienen, wenn man der Quantität des Publikums folgt, die Band des Abends zu sein. Es war voller als später bei SARGEIST und voll darf diesmal sogar in Relation zum Club gesehen werden, denn ganze 240 Nasen zuzüglich Band, Crew, VIPs und VIPstigtuern demonstrierten, dass der Lindenhof auch mal gefüllt aussehen kann. Apropos Wichtigtuer: Lord Sarcofagian ist ja wohl eine der eitelsten Gestalten, die man sich vorstellen kann. Selten jemanden gesehen, der sein Haupthaar so selbstverliebt in Szene setzen muss (mal abgesehen vom ehemaligen DARK FORTRESS-Sänger vielleicht!?). Späterer Kommentar im MSN-Chat auf den Hinweis, einige Leute hätten sich über die Inszenierung der Haare lustig gemacht: „jealous people“. Egal. Die Musik... BAPTISM boten einen sehr guten Auftritt. Eindrucksvoll herrschte die finnische Dunkelheit in einem höllischen Sound, brutal, mächtig und finster. So soll es sein. Zu meiner Freude schafften es auch ältere Nummern wie „Desecrating God’s Creation“ und allen voran „Eliterian Legion“ ins (summa summarum gute) Live-Set. Definitiv eine Band, die es sich lohnt, gesehen zu haben.
Zwei gewaltige Standarte an den Bühnenseiten, dazwischen dunkle Gestalten aus dem rauen Nordosten, die in zornige Kutten gehüllt sind... so hat Black Metal live auszusehen! Doch nicht nur optisch sollten SARGEIST ein Hochgenuss werden. Neben enthusiastischen Reaktionen sahen viele Zuschauer in dieser Band zwar im Nachhinein die schlechteste der Tourteilnehmer, aber ich kann diese Meinung nicht teilen. Gut, im Vergleich zu BAPTISM wirkte die Musik anfangs statisch und verhältnismäßig „unspektakulär“, aber meines Erachtens schaffte die Band es, die Atmosphäre der Alben gekonnt auf die Bühne zu hieven. Stellt man sich nun noch die Qualität ihrer Platten vor sowie die unsterblichen Melodien, die (auch live gespielte) Stücke wie „Sargeist“, „Black Fucking Murder“ oder „Satanic Black Devotion“ beinhalten, gewinnt man einen ungefähren Eindruck von der Ausstrahlung dieses Auftrittes. Düster-prophetisches Stageacting, gute Lichttechnik und die fesselnde Teufelsmusik korrespondierten und gaben SARGEISTs Show einen Vorbildcharakter für schwarzmetallische Bühnenumtriebe. Leider war der Gig mit insgesamt ca. 40 Minuten relativ kurz. Das Line-Up sah übrigens erwartungsgemäß danach aus, als hätte man BEHEXEN und HORNA in einen Topf geworfen und kräftig umgerührt.
 
 
 
 
 
 
Fazit:
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Gegen 01:30 Uhr war Schluss, was heißt, dass es bei den 60 Minuten Verzögerung blieb. Die Gäste konnten zufrieden sein, denn selbst wenn man die gespaltenen Reaktionen auf die meines Erachtens hervorragenden SARGEIST anklammert, waren BAPTISM und insbesondere CELESTIAL BLOODSHED jeden müden Cent wert. Zudem passte DUSKEN als vierte sehr gute Band an dem Abend ausgezeichnet ins Billing, was man von VAE VICTIS weniger behaupten kann, auch wenn einige Headbanger sicherlich auch an diesen ihren Spaß hatten. Der Sound war insgesamt ebenso sehr ordentlich, auch wenn er recht laut war, aber das kann man ja nicht schreiben, ohne nicht als „Pussy“ zu gelten... hoppla, zu spät.
Dem Ganzen folgte schließlich noch eine Backstageparty mit viel Alkohol, Ausschweifungen, Sex, Gewalt und lauter Musik ... typisch Ellrich eben, aber die Hauptsache ist ja, dass alle zufrieden waren.
 
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Bilder: Torsten / © Final War Mag.
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