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Ich hätte eine Wette abschließen sollen. Und zwar, dass bei einem Killer-Line-Up mit NECROS CHRISTOS, DEAD CONGREGATION und CRUCIAMENTUM mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit entweder „Grave“, „Ritual“ oder „Desecration“ im Slogan vorkommt. Nun ist es ein „Grave Desecrating Ritual“ geworden, auch schön...
Vorweg: Bilder jibbet nich. Warum? Weil ich meine Kamera natürlich wieder vergaß. Beziehungsweise ich dachte, ich hätte sie vergessen. Eigentlich war sie nur zwischen Flutschi-Gleitcreme (man weiß ja nie), aus der Packung gefallenen Keksen bzw. deren Überresten und alten Quittungen im Rektum Jack Wolfskins verloren gegangen, aber das sagen wir mal keinem...
Aaalso. Zur Anreise gibt es nicht viel zu erwähnen. Ich dachte zwar immer, es sei eine Art ethnische Gesetzmäßigkeit, dass die Anzahl von Menschen dunkler Hautfarbe zunimmt, je südlicher man kommt, aber dass das bereits in Westdeutschland beginnt und man in der Bahn ständig Frauen mit „Hey, in Sister Act fand ich Sie klasse!“ ansprechen will, überraschte mich dann doch.
Das Duo von FUNERAL GOAT aus Belgien machte den Auftakt. Die Band entstieg irgendwie aus der Asche von SAURON und legte kürzlich mit „Mass Ov Perversion“ einen knackigen VON-worship hin, den ich hiermit nur empfehlen kann & möchte. Kerzen, Räucherwerk etc. säumten die Bühne und ein paar Headbanger versammelten sich bereits, um einen kurzer Gig zu bestaunen, bei dem ich mir dachte, dass SWINE wahrscheinlich genau so live klingen würde. Eine fiese Gitarre, leidenschaftliche Gesangsdarbietung, simples rumpliges Krawallo-Zeug, „PLEASE Please MORE More DELAY Delay ON on THE the VOCALS Vocals vocals vocals...“ hehehe ... Leider gab es kein Cover, weder VON noch das von ihnen für den LP-Bonus vorzüglich eingetrümmerte „Satans Millenium“ (WAR). Es belief sich also auf die 2-Minuten-Kracher vom Album, wie „Kiss The Goat“, „Morning Star“ etc. Daumen hoch für die Belgier!
Wie voll es dann bei CRUCIAMENTUM wurde, überraschte mich. Eigentlich ging ich davon aus, dass die gar keiner kennt, immerhin haben sie nur ein Demo an die größere Glocke gehängt, das mittlerweile in der dritten Auflage erschienen ist (150 Stück. Davor 1x 300 und 1x 150 Stück, was also für ein Demo schon eine respektierliche Masse ist). Nungut, „Convocation Of Crawling Chaos“ ist schon wirklich ein ziemlich vernichtendes Brett. Die Briten sind eine Mischpoke aus IMINDAIN und GRAVE MIASMA, und genauso klingen sie eigentlich auch: Finster-erhabener Death Metal (düsterer als alle skandinavischen BM-Bands zusammen) + bissl Doooooom. Der Kram war live beeindruckend dunkel, zugleich brutal und mächtig. Wahnsinn. Es begann mit dem Intro und „Deathless Ascension“, dann ein Stück von der bald bei Nuclear Winter erscheinenden MLP, die demnach vermutlich ein gewaltiger Knüller wird, es folgte „Convocation Of Crawling Chaos“, zwei weitere neue Songs und abschließend „Rotten Flesh Crucifix“. Zwar erreicht die Band schon durch die vermehrten Animationsversuche des wütend gestikulierenden Sängers nicht die erhabene Bühnenausstrahlung von GRAVE MIASMA, aber ich denke trotzdem, das wird was Großes...
PENTACLE wurde nur kurz gesehen. Nicht meine Musik... Lieber darauf gewartet, dass die Leute rauskommen, um sich für NECROS CHRISTOS einen guten Platz zu sichern. Selbige ließen leider die altbekannten Kapuzen und Sonnenbrillen nach wie vor missen, leiteten jedoch mit einem äußerst atmosphärischen Intro ein, das aus persischem Singsang bestand. Der Übergang zum bekannten „Necros Christos ... Sotsirch Socren ...“ bereitete Gänsehaut. Die Berliner kloppten dem für meinen Geschmack schon ZU gut gefüllten Raum schließlich „Red Wine Runs Out Of The White Skull Of Jesus“ an die Kinnlade. Warm war es. Stickig. Eng. Der/die bangende Vordermann/frau nervte zwar mit Haaren, die in meinem Gesicht landeten, sorgte aber auch für willkommenen Lufthauch. Aber: Rausrennen war nicht, denn erwartungsgemäß ließen NECROS CHRISTOS zum Großteil in Stücke des neuen Albums lauschen. Selbige sind brutal, weichen nicht wirklich vom altbewährten Stil ab, klangen live aber ziemlich gut. Man darf gespannt sein. Ich glaube, einer hieß „The Pharaonic Death“, ein weiterer irgendwas mit „... Slumber“. An bekannten Songs gab es neben besagtem Opener noch „Black Mass Desecration“, „Curse Of The Necromantical Sabbath“ und als Zugabe „Impure Burials Prevail“. Feines Ding!
Ja, DEAD CONGREGATION waren überraschenderweise Headliner. Oder Rausschmeißer?! Keine Ahnung. Beim NWN!-Fest riss mich die Band nicht vom Hocker. Dennoch besorgte ich mir interessehalber in der Zwischenzeit alles, was die Griechen so draußen haben, und siehe da: geilomat. Besonders das „Graves Of The Archangels“-Album hat es mir angetan. Wie dem auch sei... Hier, an diesem Samstag, in Oberhausen, waren DEAD CONGREGATION absolut KILLER! Ich stehe mit der Wertung als „beste Band des Abends“ nicht allein da. Der Raum war nur noch halb so gut gefüllt, aber diejenigen, die blieben, erlebten ein höllisch brutales Endzeiterlebnis mit einem wahnsinnigen Drummer und einer UNGLAUBLICH erhabenen, ernsten „voll-und-ganz-dahinterstehen“-Atmosphäre. Tja, das mit dem „Songs auseinanderhalten“ ist so eine Sache. Die wurden sowieso bei den Griechen ohne lange Pausen nacheinander durchgeprügelt. Egal. Ich glaube, der Trommler muss nach dem Gig fix und alle gewesen sein... Geiler Sound, geiles Brett, geile Band! Der Höhepunkt des Abends! Und eigentlich schade, dass uns eine Death Metal Band heutzutage zeigen muss, was für eine schwarze Atmosphäre Musik inhärent sein kann.
 
Fazit:
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Das Warten auf die erste Bahn gen Heimat war ätzend. Ebenso das zugekiffte und zugekokste Partyvolk in selbiger. Nicht zuletzt der zombie-eske Geisteszustand nach 31 wachen Stunden. Macht nichts. Was bin ich froh, wenigstens diesen Abend mitgenommen zu haben. Immerhin blieben einem ja aus mannigfachen Gründen erst HORNA in Hamburg versagt, dann GORGOROTH, von denen ja ein Fake-Set kursiert, wobei wir Daheimgebliebenen doch alle wissen bzw. uns einreden, dass sie ein ganz anderes Set spielten (keine Widerrede!!!). Übrigens wird die Band neuerdings ja – um es mal erwähnt zu haben – vom Einwanderer Paimon (bekannt von Bands wie THUNDERBOLT, DARK STORM oder VELES) unterstützt. Aber die Verpflichtung polnischer Gastarbeiter kennen wir ja von anderen Landsmännern.
Die Tour meiner Verlobten JEX THOTH (jaha, da guckt ihr!!! Sie weiß bloß nichts davon, aber das ist Formsache...) ebenfalls nicht mitnehmen können, gleichermaßen das Doom Shall Rise, das Roadburn und INQUISITION mit IMPIETY und SETHERIAL. Ein seltsamer Konzertmonat. Kürzlich stand man schon am Einlass zu ROTTING CHRIST, die aber „aus persönlich Gründen“ nicht spielten (Whatever. Nicht schade drum.). ALTAR OF PLAGUES wurden dann auch nichts, weder in Berlin noch in Leipzig. Wäääh.
Sei es drum. Das hier fand statt, und es war guuuuuut. Bis auf PENTACLE, die mich nicht groß interessierten, erfüllten alle Bands die Erwartungen oder toppten sie gar. DEAD CONGREGATION ruled supreme. Besten Dank an Amor Fati Prod. für ein denkwürdiges Ritual!
Grußliste gibt es diesmal nicht, aber auf ausdrücklichen Wunsch der betreffenden Person hiermit Gruß an „den hässlichen ZARATHUSTRA-Sänger mit der viel zu engen Hose, die seinen kleinen Puller abklemmt“. ;)
 
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Bilder: - / © Final War Mag.
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