DORNENREICH / NEUN WELTEN / ELANE
- 04.11.2007 im Bruchtal / Darmstadt -
von Sabine Jordan und :corvus:


Dieser Konzertbericht entstand in freundschaftlicher Zusammenarbeit mit Sabine Jordan (www.myrevelations.de)

Nachdem das Interview mit DORNENREICH zuvor schon super gelaufen war, konnten die Auftritte der drei Bands diesen Abend nur perfekt abrunden. Einlass war um 19:00 h und relativ pünktlich schlurften dann auch die ersten Leute ins Bruchtal, einen echt kleinen Laden in der Stadtmitte von Darmstadt. Dieses mal hatte man auch rechtzeitig ordentlich Werbung gemacht, schon vor 2-3 Monaten habe ich die ersten Plakate hängen sehen. Angeblich wurden auch bereits 50 Karten im Vorfeld reserviert. Schätzungsweise waren am Ende ca. 100 Gäste anwesend.

 


Elane

Geplanter Start des Konzerts war eigentlich 20:00 h, tatsächlich fingen die Sauerländer ELANE dann aber erst um etwa 20:45 h an. ELANE entführten uns, als einzige Kapelle mit u.a. leicht verzerrten Gitarren, auf eine zauberhafte kleine Reise in Darkfolk-Gefilde. Mit schönen von Keyboard und Geige getragen Melodien und der sanft fließenden Stimme von Sängerin und Songschreiberin Joran Elane erzählten sie uns mit Songs wie „On and on“ oder „Love can't wait“ vom aktuellen Album „Lore of Nén“ (Anmerkung: Der Sprache von Tolkien nach „Wasser“, wie uns Keyboarder Nico aufklärt) von Mythen und Sagen. Aufgefallen ist - abgesehen davon, dass die dicken Boots nicht unbedingt zum hübschen weißen Kleid von Joran passten - dass Gitarrist Skaldir, der Joran teilweise stimmlich unterstützte, bzw. für den Kontrast und die dunkle Stimme zuständig war, etwas unterging. Das lag nicht nur unbedingt nur daran lag, dass er am Rand der Bühne und im Schatten stand. Dennoch merkte man sofort, dass die Musik von ELANE mit Liebe gemacht wurde, so wie das offensichtlich selbst gemalte Banner im Hintergrund. Mit „Licht“ wurde uns dann schließlich auch noch ein deutschsprachiges Lied präsentiert. Den Abschluss machte dann gegen 21:30 h „Trace Of The Flames“ vom Album „The Fire Of Glenvore“.

   

 


Neun Welten

Gleich 10 Minuten später starteten dann NEUN WELTEN mit einem Instrumentalstück. Dieses mal hatten Sie leider keine Naturaufnahmen mitgebracht, die an die Wand projiziert wurden, was der Musik zwar keinen Abbruch tat, mir aber schon irgendwie fehlte, weil es immer eine so schöne Untermalung gewesen ist. Der Sound der fünf war für diesen kleinen Laden und mit den ganzen Instrumenten erstaunlich gut, einzig die Geige von Aline war stellenweise etwas dominant und hin- und wieder fielen mir ein paar Flötentöne auf. Für Ambiente sorgten NEUN WELTEN in erster Linie durch ihre sehr naturverbundene, folkloristische Musik. Einzige Dekoration waren dieses Mal zwei Kerzenleuchter, welche links und rechts aufgestellt wurden. Seltsamerweise wurde vergessen das Logobanner von ELANE abzuhängen, was auf Fotos sicherlich einen wunderlichen Eindruck hinterlassen könnte. Flötistin Anja begeisterte wieder durch Ihre Fähigkeit zwischen Ihren Flöten und der Klarinette zu wechseln. Wir kamen in den Genuss einiger Stücke des aktuellen Albums „Vergessene Pfade“, wie z.B. „Auf kargem Fels“ und „Walden“, das wie üblich ausführlich von Sänger und Gitarrist Meinolf angekündigt wurde. Zu „Walden“ kam dann auch das Cello von David zum Einsatz. Zwischendurch wurde, wie auch später bei DORNENREICH, nachgestimmt, damit auch alles passte. Außerdem präsentierten sie uns zwei ganz neue Stücke aus dem „Des Trunken“ Zyklus. Das Ende nahte aber auch hier schnell. Mit „Valg“ gab es noch einen würdigen Abgang, wonach – leider ohne Zugabe - um kurz vor halb elf die Herzen gewärmt waren und die Bühne für DORNENREICH bereit stand.

     

 


Dornenreich

Allerdings dauerte es noch eine Weile bis die Herren Eviga und Inve um etwa 22:40 h auf die karge Bühne traten. Ohne Banner, das Banner von ELANE wurde mittlerweile wohlbedacht entfernt, ohne Dekoration, außer den Kerzen die stehen blieben von NEUN WELTEN, aber dafür mit eindringlicher Präsenz starteten die beiden ihren Auftritt mit einigen neuen Stücken, wie „Unruhe“ und „Jagd“ vom zukünftigen Album „In Luft geritzt“. DORNENREICH lieferten - wie immer - einen unglaublichen Auftritt ab. Man sollte allerdings wissen, dass man bei den Akustikkonzerten außer zwei sehr vertieften, konzentrierten Musikern, die oft die Augen geschlossen hatten, keine Show in dem Sinne erwarten darf. Man sollte es einfach erlauben sich mitreißen zu lassen, denn die akustische Gitarre von Eviga harmonierte wunderbar mit der Geige von Inve. Leider störte die recht laute Lüftung des Ladens die Stimmung vor allem bei den sehr ruhigen Parts der instrumentalen Stücke, wie „Meer“. Doch DORNENREICH taten was sie konnten. Ich glaube nicht, dass irgend jemandem aufgefallen war, dass Eviga etwas krank war, was er mir beim Interview erzählte. Selbst ein Riss einer Gitarrenseite konnte diesen schönen Abend nicht trüben, danach ging es nämlich auch sofort weiter. Als letzter Song kündigte Eviga „Reime Faucht der Märchensarg“ von „Bitter Ist's Dem Tod Zu Dienen“ an, aber danach gab es doch noch eine Zugabe, nach der wir dann aber eine knappe Viertelstunde vor Mitternacht in den Montagmorgen entlassen wurden. Im Vergleich zu den alten Zeiten fehlte allerdings beim Gesang von DORNENREICH ein wenig die Abwechslung, wobei der Gesang selbst auf den neueren Alben deutlich abwechslungsreicher ist. Möglicherweise lag das dann aber doch an der schon vorher erwähnten Erkältung, wobei man allerdings auch nicht vergessen sollte, dass wir live auf den Gesang von Valnes verzichten mussten. Nichts desto trotz war es ein schöner Abend!

       

 

Bilder: :corvus: / © Final War Mag.