DISSECTION / WATAIN / ASARU (Support)
- 07.12.2004 in Münster/Breitenfeld -
von :corvus:

Von der Autobahn runter und dann rechts halten, so stand es auf dem Routenplaner welcher mir den Weg in das verträumte Münster/Breitenfeld aufzeigte. Gesagt getan, nach einem ca. 1km langen Stück quer durch den Wald kam ich um halb Acht in Breitenfeld an. Kaputte Straßen herrschten vor und kein Wegweiser zu der Stätte der Begierde. Nach einigen Minuten tauchte sie auf, mitten im Industriegebiet, die LIVE ARENA. Gleich zu Anfang sah man bekannte Gesichter und die üblichen Verdächtigen aus der lokalen Szene waren angereist um den heutigen Abend mit DISSECTION und Co. zu feiern.


Asaru

Wie erwartet begann die erste Band ASARU aus Darmstadt, die den Local Support darstellten, mit einiger Verspätung. Keyboardsound überflutete die Arena. Die Gitarren waren leider nicht besonders gut zu hören und der Bass dröhnte wie verrückt durch die gesamte Location. Hinter der Band prangerte groß das Bandbanner, welches bei näherem Betrachen im "A" ein Phallussymbol versteckte. Besonders packend war die Musik der Darmstädter nicht. Negativ fiel unter anderem auf, dass nach einigen Songs der Sänger (welcher ebenfalls bei AGATHODAIMON spielte oder gar immer noch spielt) auf die erwerbbare CD am Stand um die Ecke aufmerksam machte. Wer zum Teufel weiß nicht, dass man diese zu 95% auf einem Konzert kaufen kann? Nun ja, über diesen Punkt kann man getrost hinwegsehen. Nach ca. 30-40 Minuten war das Spektakel um ASARU auch wieder zu Ende und der Grossteil der Anwesenden schaute ein wenig erleichtert. Ich frage mich nur, wieso keine andere lokale Band den Support gemacht hat, gerade da die Gegend einiges zu bieten hat z.B. BLOOD VENGEANCE oder GEWEIH.

   

 


Watain

Nach einer recht langen Umbauphase wurde die Arena plötzlich dunkel. WATAIN aus Schweden betraten die schön hergerichtete Bühne und stellten sich in Reih und Glied auf. Links und rechts prangten zwei große Stahl-Anti-Kreuze welche in einer Fackel endeten. Hinter ihnen jeweils der Bassist und der Gitarrist. In der Mitte der etwas schmächtige und zu klein geratene Sänger. Vor den Drums wurde ein Schädel abgelegt und kurz diesem gehuldigt. Das Licht ging an und WATAIN prügelten was das Zeug hielt. Es ist unglaublich was dieser kleine Sänger für eine Stimmgewalt hat. Da es nicht mein erstes WATAIN Konzert war und mir die LPs der Combo durchaus sehr bekannt sind, wusste ich worauf ich mich freuen konnte. Songs wie Black salvation, I am the earh und Rabid death curse durften nicht fehlen und überzeugten auf ganzer Linie. Der Sound war wider Erwarten sehr gut und passte wie die Faust aufs Auge. Ein Highlight dieser Band war definitiv On horns impaled von der 1999er EP "The essence of black purity". Optisch machte die Band einiges her. Leider hatte das verwendete Material, sprich Blut, leichte Fäulnisgerüche aufzuweisen. Fazit war, dass das verwendete Schweineblut wohl schon etwas älter (ich hörte Zeitangaben von 3 Monaten) war und daher bestialisch stank. Die Geruchsbelästigung welche von der Band ausging war das Top-Thema des Abends. Es war sogar zu vernehmen, dass der Tour-Busfahrer sich weigerte WATAIN ungewaschen mitzunehmen. Musikalisch und Auftrittstechnisch konnte WATAIN aber absolut überzeugen und lieferten eine wahnsinnige Show ab. Für alle die WATAIN bis dahin noch nicht kannten war klar, dass es sich nicht um eine "neue" Möchtegern-Black-Metal Band handelte, sondern dass hier gute Musiker mit mächtig Potential auf der Bühne standen und den ganzen Saal zum beben brachte.

           

   

 


Dissection

Wieder verging einige Zeit für den Umbau. Der Headliner des Abends wurde gespannt erwartet. Lange Zeit ist seit dem letzten Konzert der schwedischen Band DISSECTION vergangen. Nach sieben Jahren die 1. Tour dieser Ausnahmeband. John Nödtveidt, Kopf der Band, saß für einige Jahre im Gefängnis und büßte dort für einen Mord. Leider ist die Band seit der Inhaftierung von J. Nödtveidt nicht mehr komplett. Lediglich J. Nödtveidt ist als Einziger von der letzten Besetzung übrig geblieben, dazugekommen sind dennoch recht bekannte Mitstreiter welche wären: Seth Taitan (Aborym und Bloodline) an der Gitarre, Thomas Asklund (ex-Dark Funeral und Dawn) an den Drums und Bruce Leclercq (ex-Nightrage und ex-Sol Negro) am Bass. - Die Halle war auf einmal gestopft und voll. Kaum ein Platz war zu ergattern und das an einem Dienstag Abend. Vom Band lief das Intro der Band: At the fathomless depths. Kurz vorm Ende des Intros kam die Band auf die Bühne und fing punktgenau mit dem Ende des Intro an den ersten Song zu spielen. Das Publikum bangte was das Zeug hielt. Ein muskelüberzogener und kahlrasierter J. Nödtveidt rannte vom einen Ende der Bühne zum anderen und lieferte eine Hammershow ab. Perfektes Gitarrenspiel und Gesang erfreuten die anwesenden Zuhörer. Nahezu die komplette "Storms of the lights bane" wurde herunter gespielt wie die üblichen Klassiker der "The Somberlain" wie Frozen, The Somberlain, Heavens damnation, u.a. sage und schreibe fast zwei komplette Stunden standen DISSECTION auf der Bühne. Selbst nach dieser immensen Zeit spielten sie noch eine Zugabe. Selten habe ich einen so perfekten Auftritt gesehen. Vom ersten Ton bis zum letzten Akkord stimmte hier einfach alles. Um dies zu gewährleisten stimmten die Gitarristen und der Bassist auch 3x während dieses Auftrittes ihre Instrumente nach.

         

   

 

Fazit:

Nachts um eins war das Ganze vorbei und man hatte reichlich Stoff um über die letzten fünf Stunden zu diskutieren und sich seiner Eindrücke zu erfreuen. Irgendwie macht ein solches Konzert Lust auf mehr...für alle welche die Möglichkeit haben ein Konzert dieser Tour zu besuchen, sollten dies tun, denn wer es nicht macht, verpasst eines der besten Konzerte seines Lebens !!!

 

Bilder: :corvus: / © Final War Mag.