DESTRÖYER 666 / REVENGE / ZARATHUSTRA / NECROS CHRISTOS
- 15.04.2006 in der Festung / Bitterfeld -
von Wurzelgeist

Was macht man an einem Wochenende im Frühling nach ungefähr einem halbem Jahr Bitterfeld-Abstinenz?
Richtig, man packt einige Freunde unter den Arm und begibt sich zum „European Assault 2006“, um Frühjahrsaggressionen loszuwerden und Eierfeten zu entkommen. Gerade mal eine Stunde Fahrt und zwei leere Flaschen später befindet man sich schon vor den Toren der Festung und die Sehnsuchtsgefühle beginnen sogleich abzufallen. Ein stressfreies Anreisen, ein milder Abend, ein angenehm gefüllter Konzertraum und ausbleibende Bomben- und Antifa-Drohungen ließen Gutes erahnen.

 


Necros Christos

NECROS CHRISTOS ergänzten die Tour nur in der Festung, was in Anbetracht der Berliner Wurzeln und dem Ausbleiben auf dem vortägigen Termin in Berlin oberflächlich betrachtet verwundern mag. Gründe dafür gibt es aber sicher genug: Die Festung ist einfach atmosphärischer und sympathischer besucht, wohingegen Berlin häufiger ein Trauerspiel bietet. Der Abend wurde also durch bodenständigen Okkult Death Metal eröffnet. Die Band zeigte neben unglaublich infernalisch walzenden Klassikern, wie „Impure Burials Previal" und dem GOATLORD-Cover „Acid Orgy", durch einige Kostproben, was uns auf dem bald erscheinenden neuen Album „Truine Impurity Rites" erwartet. Die neuen Stücke waren, wenn ich mich nicht täusche, etwas komplizierter im Aufbau, ließen aber keinen Zweifel, dass gewohnte tiefschwarze Qualität demnächst wieder die heiligen Gräber beschmutzen wird. Angesichts dieser Tatsachen war der Auftritt wie im Fluge vorbei und hinterließ neben den ersten lohnenden Eindrücken den Beigeschmack einer subjektiv zu kurz empfundenen Spielzeit.

       

 


Zarathustra

ZARATHUSTRA hatte ich noch von einem für mich eher weniger gut empfundenen Auftritt auf dem Bitterfelder Metal Meeting Festival in Erinnerung und war daher in keiner großen Erwartungshaltung. Ich wurde allerdings von einer soliden, druckvollen und keineswegs langweiligen Performance der Black-Thrasher überrascht. Es reichte zwar nicht, um mich völlig mitzureißen, aber objektiv betrachtet machten sie ihre Sache sehr gut, was man reflektorisch auch am Publikum erkennen konnte. Dies war also schon Grund Nummer zwei, warum sich eine Anfahrt in die Hallen der vereinten Metal Maniacs gelohnt hat.

   

 


Revenge

Dem setzten anschließend die kanadischen und von mir noch nie live gesehenen REVENGE die Krone auf. Stämmige Jungs spielen hyperschnellen, höchst aggressiven Black Metal im Stil von BLACK WITCHERY und brüllen sich dazu die Seele aus dem Leib… sicherlich nicht jedermanns Sache, für mich live jedoch ein Genuss sondergleichen, der fast eine Tonne an Hormonen freisetzt und bei dem man nach vollendetem Genuss am liebsten erstmal zufrieden und entladen entspannt einen Sessel aufsuchen möchte. Dafür fehlten allerdings die passenden Sitzgelegenheiten und…

   

 


Deströyer 666

… schließlich waren da ja noch DESTROYER 666, die den Abend mit australisch schwarzem Thrash Metal abrunden sollten. Man kann hier ebenfalls nur über Livequalitäten berichten, die meiner Ansicht nach zwar in Diskrepanz zu den in dem Maße fehlenden Qualitäten von CD stehen, beim dargebotenen Musikstil aber durchaus zu vermuten waren. Unter anderem wurde neben eigenem Material auch ein BATHORY-Cover gespielt. Wenn ich das nächste Mal weniger vorbelastet von den Vorbands bin, ließe sich bestimmt auch bei mir noch mehr Aufmerksamkeit und Interesse abringen. Das lässt sich dann bestimmt zum diesjährigen United Metal Maniacs Metal Meeting einrichten.

   

 

Fazit:

Die Festung scheint immer eine kleine Reise wert: Gute Stimmung, sympathisches Publikum, durchweg überzeugende Bands und guter Sound. REVENGE und NECROS CHRISTOS wussten am meisten zu gefallen.

 

Bilder: Wurzelgeist / © Final War Mag.