CARPATHIAN FOREST / TSJUDER / WYKKED WYTCH / E-FORCE
- 20.01.2005 in Berlin -
von Wurzelgeist

Da haben sich also zwei der christlichsten und gesittetsten norwegischen Bands zusammengeschlossen, um in Europa durch ihre Klangkunst Liebe, Harmonie und Nächstenliebe zu propagieren. Man kann fast sagen „leider“ haben sich TSJUDER und CARPATHIAN FOREST zwei weitere Bands angeschlossen. E-FORCE und WYKKED WYTCH passen nicht wirklich in das musikalische Schema der Norweger und haben vermutlich Anlass gegeben, den ohnehin schon unverschämt hohen Eintrittspreis noch mehr in die Höhe, auf 18€ an der Abendkasse, zu treiben. Glücklicherweise war es für mich durch den Vorverkauf mit 3€ Erlass etwas erträglicher. Das K17 in Berlin war trotzdem gut gefüllt.

 


Wykked Wytch

Anscheinend begann diesmal das Konzert sogar überpünktlich, was dazu führte, dass ich E-FORCE komplett und den Anfang von WYKKED WYTCH verpasste. Schade war das aber nicht, denn Letztgenannte hätte ich mir, das war mir nach wenigen Sekunden klar, ebenfalls komplett sparen können. Das fing beim Aussehen - das weder Geschlechterzuordnung, noch Unterscheidung von einer (verkommenen) Gruftband zuließ – an und hörte bei der zu 100% bei CRADLE OF FILTH abgekupferten Musik auf.

Beschäftigt man sich in der Zwischenzeit also lieber mit dem Merchandise -Stand, der von Girlieshirts mit der Aufschrift „Daddys Little Fuckhole“, über Longsleeves der Marke „Carpathian Mongos“ oder „Carpathian Forest Wants You Dead“ mehr Unterhaltung zu bieten hatte.

 


Tsjuder

Dann war auch schon Zeit für die nächste Band: TSJUDER betraten die Bühne traditionell angemalt und teilweise blutbespritzt. „Black Metal with no fucking compromises“ lautete die Ansage, nach der das Inferno hereinbrechen sollte. Nach ihrem neuesten Werk „Desert Northern Hell“ habe ich viel erwartet und ich wurde nicht enttäuscht. Geknüppel vom Feinsten donnerte aus den Boxen und die Band spielte sich die Finger wund. Sogar ein MAYHEM- und ein BATHORYcover wurden im Tsjudergewand präsentiert. Der Auftritt hat auf ganzer Linie überzeugt und sollte auch der beste des Abends sein. Nackenmuskeltraining vom Feinsten.

       

 


Carpathian Forest

CARPATHIAN FOREST spielten nach einem Nattefrost-kotzt-Intro (auch auf der NATTEFROST CD festgehalten) gewohnt black’n’rollig auf. Diesmal war es das Tittenkostüm von Nattefrost, das den Humor der Band optisch repräsentierte. Neben einigen neueren, wurden auch viele alte Songs gespielt. Der Sound war gut und drogenbedingte Ausfälle der Bandmitglieder waren an diesem Abend auch nicht zu beklagen, was letztendlich zu einem sehr positiven Gesamteindruck führte.

         

 

Fazit:

Insgesamt hat sich das Konzert also gelohnt, auch wenn man, vor allem in Berlin, mal die Preispolitik für mehr oder weniger Undergroundkonzerte überdenken und der ein oder andere bei Metalkonzerten auf Tanzeinlagen der Marke „ich bewege meinen Körper gern zu Metal als wär ich in `ner Disco“ verzichten sollte. Dann klappt`s auch mit dem trocken bleiben. ;)

 

Bilder: Wurzelgeist / © Final War Mag.