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Man könnte heute wohl „Mossad Warrior“, „Count Nussbaum“ oder andere Vertreter einer (von mir jetzt mal frei erfundenen) „Fight For Israel“-White-Metal-Compilation auftreten lassen... Sobald „Calling For Battle“ draufsteht, schreien die Alarmglocken linksfaschistischer Ordnungshüter. „Immer wieder, immer vergeblich!“ Dabei stand Ellrich an diesem Samstag nur unter dem unheiligen Stern des Ross Bay Cult, denn PROCLAMATION, die spanische Antwort auf BLASPHEMY, waren angetreten, um den Harz in Schutt und Asche zu legen. Den größten Stein legten uns im Endeffekt aber nicht weltverbessernde Internetmaulhelden in den Weg, sondern die Deutsche Bahn. Es scheint schwere Kommunikationsmängel zu geben, wenn (mal wieder) in Büchen der Zug nicht eine Minute warten kann. Und das ist nicht übertrieben gesprochen, es war wirklich nur 1 Minute Verspätung, und der Anschlusszug war weg! Entschuldigung nochmals an Hatred fürs Versetzen!
So, Eingangs-blabla auch geschafft... Kommen wir zu den Bands. Mit ein wenig Verspätung legte die junge Black Metal Formation NO EMPATHY los. Die Bühne war anständig dekoriert und auch das Blut am Gesicht fehlte nicht. Für das nicht allzu lang zurückliegende Gründungsjahr der Band präsentierten sie sich sehr souverän. Der mitgebrachte Fanclub schüttelte kräftig das Haupthaar, was für Opener- und insbesondere für Ellrich-Verhältnisse schon verdammt nach Euphorie aussah. Mich störte lediglich, dass ihr Black/Thrash sehr oft stark WATAIN ins Gedächtnis rief. Etwas mehr Eigenständigkeit wäre nicht verkehrt, um sich Respekt zu verschaffen.
Dann marschierte der TRUPPENSTURM! Ja, diese Wehrmachtsglorifizierenden, ne?! Davon merkte ich komischerweise nichts. Dafür den bestialischen War Metal der Aachener, der so gewaltig toste, dass ich vom Sound wahrscheinlich blaue Flecke habe. Übrigens ein seltsames Phänomen in Ellrich: Ständig die gleiche Soundfirma, aber jedes Mal ein anderer Soundmann. Mal schlecht, mal recht. Dieser hier machte seinen Job gut. TRUPPENSTURM ballerten ordentlich mit Nummern wie „Black Funeral Pyre“ („Schwarzer Bestattungsscheiterhaufen“?! Egal, geil!), „Lacerate Their Bodies“ und die anderen Reißer der „Fields Of Devastation“ sowie unbekannteren Songs. Wahnsinnige Live-Band! Leider etwas wenig Publikumsresonanz, obwohl es im Nachhinein hieß, dass es neben PROCLAMATION die geilste Band war.
Mittlerweile hatte sich auch der Saal mit immerhin ca. 100 zahlenden Gästen gefüllt. Geht. Warum muss einem auch irgendein Rockträger trotz allseits bekannten CfB-Termins das komplette Transgender-Klientel mit einem Sinnlos-Konzert in Erfurt abspinnstig machen?? Nunja, so war wenigstens ein harter Kern von Enthusiasten unter sich. Dabei Gäste aus Österreich oder Frankreich, die übrigens über die mangelnde Reiselust der Deutschen ziemlich schockiert waren. Tout le plaisir est pour moi!
PARIA folgten und hatten einiges ihres aktuellen Albums „VerminRace“ im Gepäck. Aber natürlich auch ältere Nummern wie „Suicide Vortex“ und sicherlich auch etwas vom „11 Years Of Blood & Cum“-Sampler, auf dem sie übrigens die beste Band waren, ähäm. Mich hat ihr Auftritt überzeugt, auch wenn der Sound ziemlich matschig war. Die neuen Lieder kommen live gut und auch ganz generell war viel Leidenschaft spürbar. Am Ende stand noch ein Cover-Rundumschlag mit IMPALED NAZARENE und MAYHEM auf dem Programm. Dennoch beendeten sie ihren Auftritt früher als geplant. Irgendwie war das Publikum halt leider relativ desinteressiert.
Mehr Aufmerksamkeit dagegen für PROCLAMATION. Was das Publikum nicht mitbekam, war die Bluttaufe, mit der sich die Bandmitglieder einstimmten. Schließlich Intro (gleich 2x wegen Technikproblemen) und es ging los! Wahnsinn! Irgendwie werden die Spanier immer mehr Death Metal. Macht aber nichts. Ein brutales Inferno mit Hämmern wie „Wrath Of The Apocalypse“ rasselte hernieder, voller Passion und abgrundtiefer Finsternis. Es war auch mindestens ein neues Stück dabei, das sogar verdammt gut war. Habe den Namen jedoch vergessen. Erstaunlicherweise konnte man die üblichen Lieder live vllt. sogar besser auseinanderhalten als auf Platte. Aber interessiert das überhaupt irgendeinen bei PROCLAMATION, die explizit gern immer einfach nur gleich klingen dürfen? Dem Publikum schien es jedenfalls egal zu sein. Im vorderen Bühnenbereich steppte ordentlich der Bär unter dem Motto „Headbangen und brutalere Artikulationsformen“. Spätestens beim abschließenden BLASPHEMY-Cover „Fallen Angel Of Doom“ war die Hölle los! Gebrochene Arme inklusive. Schließlich hielten PROCLAMATION sämtliche Versprechen, zertrümmerten Ellrich und boten einen Gig, der voll Brutalität, Primitivität und Dunkelheit nur so triefte. Ein Hauch Nostalgie im Jahre 2008 ...
 
 
 
 
 
 
Fazit:
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Eine lange Nacht inkl. Aftershow-Party mit Quatsch, Krawall und Remmidemmi später, lässt sich resümieren: Geiles Ding war es. Die gesellige Atmosphäre zwischen den Bands sprach für eine gute Zusammenstellung, die live in einem stimmigen Konzertabend mit leidenschaftlichen Darbietungen und einem heftigen Headliner mündete. Ross Bay Cult Eternal!
 
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Bilder: Torsten / © Final War Mag.
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