"Calling For Battle pt. V"
- 29.06.2007 im Kleingartenverein am Hanberg / Salzgitter -
von Torsten

„Never change a winning team.“ ... Hätte man sich diese Parole mal zur Handlungsmaxime gemacht. Stattdessen buchten wir nicht nur zum ersten Mal eine Tour, sondern nahmen sogleich den Freitag als Termin. Angekommen im beschaulichen Salzgitter-Bad fragte ich mich nach der Fahrt zum Club schließlich schon, wie man dieses versteckte Wirtshaus denn überhaupt finden solle. Anscheinend schafften es doch ca. 35 Leute, was auch bei riesigem Toleranzbereich noch viel zu wenig war, und da es mit der Zeit nicht wirklich besser wurde, ließen wir das Konzert dann mit ca. einstündiger Verspätung trotzdem beginnen. Unter den Personen, die es nach Salzgitter schafften, befanden sich übrigens keine Dänen. ZAHRIM hatten (mal wieder) einen Motorschaden und fielen somit aus. Ein weiterer Tiefschlag von vielen bevor das Konzert überhaupt losging...


Isolation

Spürbar grummelig ob der 300 Euro, die ich zum Decken der gröbsten Unkosten gerade vom Konto holen musste, versetzten sodann ISOLATION mit doomigem Depri Black Metal nun den nächsten Schubser Richtung Autobahnbrücke. Vielleicht ein Grund, warum ich sie mir nicht allzu lang antat, was wohl nicht der Band vorzuwerfen ist. Die Atmosphäre stimmte jedenfalls: eine kleine Bühne, nah am Publikum, keine elektronische Beleuchtung, dafür viele Kerzen, die für etwas Licht, vor allem aber für die passende Stimmung sorgten. Ungeschminkt und natürlich spielten sie in fast kompletter Dunkelheit ein Konzert, dass mir den Umständen entsprechend positiv in Erinnerung blieb...

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Cultus

Dann das kurze Gastspiel von CULTUS auf deutschen Bühnen! Im Prinzip war es nur Tourveranstalter Arjan (im Übrigen sympathischer Mensch), der zum ISOLATION-Lineup hinzustieß und ins Mikro keifte. Trotzdem trennten beide Auftritte klangtechnisch Welten: CULTUS war rau, primitiv, laut und wild. Gefiel mir jedoch ziemlich gut! Seltsam war es nur etwas, dass mir einige Riffs bekannt vorkamen, obwohl ich (noch) nichts von CULTUS im Schrank habe...

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Hypothermia

Zugegeben, die Fotos sehen scheiße aus. Sollen uns jetzt drei heranwachsende Schweden davon berichten wie beschissen ihr Leben ist?! ... Keine Ahnung, aber man muss sich zunächst in die Atmosphäre einfühlen: Kein Licht, nur Kerzen, dazu die Band, kaum zu erkennen, ruhig auf Stühlen sitzend und nur ihre Instrumente im Blick. Gelegentlich stand der Sänger auf, umfasste das Mikrofon und schrie einige Zeilen hinein. Es hatte was. Insbesondere, weil ihre Musik für „depressiven Black Metal“ mit akustischen Elementen sehr interessant und nicht so langweilig wie erwartet war. In der Luft lag Melancholie, Lethargie und Negativität. Nicht übel!

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Nuit Noire

NUIT NOIRE waren das Kontrastprogramm und zugleich der Headliner dieses Konzertes. Mit apokalyptischer Fröhlichkeit bombardierte der umhangdrapierte Front-Schlüpfer die „Massen“ mit heiterem Punk, dem ein gewisser Touch altbackenen Black Metals anhaftete. Es war feucht-fröhlich, es war ulkig, es war spätestens beim unwillkürlichen Herumschwingen des Schwertes albern... und von Beginn an schonwieder so grottig, dass es fetzte. Der Funke sprang sodann auch auf die Meute über, die zu prägnanten Nummern wie „Can You See The Light?“ bald anfing sich in die Arme zu fallen und die Beine zu schwingen. Irgendwann war jedoch auch mein Nervenkostüm am Ende, und ein kürzerer Gig hätte vielleicht weniger Fluchtgedanken entstehen lassen... Trotzdem zumindest mal was anderes, diese Scheiße! hehe

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Suicide Solution

Irgendwann während HYPOTHERMIA entschlossen sich dann SUICIDE SOLUTION in kleiner Besetzung (Gesang, Gitarre, Schlagzeug) den Ausfall ZAHRIMs mit einem kurzen, spontanen Gastauftritt zu kompensieren. Ob dies nun ein würdiger Ersatz war oder nicht, bleibt dahingestellt, aber zumindest besser als nichts... Mit geliehener Gitarre von ISOLATION spielten sie also drei Songs ohne Vorbereitung, Bühnendekoration oder sonstigem. Die Absprachen während des Minigigs ließen den Eindruck einer Probe entstehen, und mit nicht viel mehr als einer Handvoll Zuschauern vor sich wurden dann u.a. „Kill Yourself ... Suicide Solution“ oder „Cold Chamber“ souverän heruntergespielt. Besonders am neuen Song erkannte ich wieder, wie sich die Band mittlerweile gemausert hat.

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Fazit:

Nie wieder freitags...

 

Bilder: -