"Calling For Battle pt. III"
- 07.10.2006 im Hagalaz Club / Elterlein -
von Torsten

Zum dritten Mal ertönten die Rufe zur Schlacht, und mehr Krieger denn je folgten ihnen... Schauplatz des Getümmels war mit dem Hagalaz Club in Elterlein nun endlich ein würdiger Club, mitten im schönen Erzgebirge, durch dessen Herz uns die endlose Hinfahrt führte. Dem dritten „Calling For Battle“ ging wieder ein Nervenkrieg voraus, bei dem einige Hochkaräter das Line-Up leider verließen. Bis zum wirklich letzten Tag waren wir nicht vor schlechten Nachrichten sicher, aber dazu später mehr... Trotzdessen blieb ein sehr ordentliches Line-Up, kurzfristig ergänzt von den niederländischen WELTBRAND, und die merkwürdige Aura, die durch „Gerüchte“ es handele sich um das letzte LUNAR AURORA Konzert dem Ganzen etwas Historisches verlieh.

Angekommen in Annaberg-Buchholz gab es gleich über die selten beschissene Situation der öffentlichen Verkehrsmittel zu meckern. Möglichkeiten Elterlein am Wochenende öffentlich zu erreichen gibt es nicht! Es ging nicht anders, ein Taxi musste her, das uns dann auch (für entsprechendes Entgeld) ins beschauliche Elterlein brachte. Etwas Umherfragen und einige Irrwege später standen wir am Ende unserer neuzeitlichen Odyssee dann irgendwann vor dem Hagalaz Club.


Adultery

"Dank" einer Umleitung kamen quasi sämtliche Bands mehr oder minder zu spät, was zu einer Verzögerung von ungefähr 1 ½ bis 2 Stunden führte. Die positive Seite des Ganzen: nach planmäßigem Ablauf hätten ADULTERY sonst vor einer im Prinzip leeren Halle gespielt, so war das Hagalaz zumindest schon gefüllt. Irgendwie scheint die Band aber ein unsichtbares Magnetfeld aufgebaut zu haben... Niemand wagte sich näher als fünf Meter an die Bühne. Auch was den Applaus angeht, blieb es bei ADULTERY gespenstisch still. Ob es an der durchschnittlichen Darbietung lag?! Oder doch am zweiten Sänger, der mit seinem Geträller und der Akustikgitarre irgendwie in eine Fußgängerzone gepasst hätte...? Keine Ahnung. So schlecht war es eigentlich nicht, der treibende Black Metal mit Pagan und besagten „Folk“-Elemente bot einen Kontrast zum sonstigen Einheitsbrei. Wirklich gefallen hat es mir jedoch nicht großartig...

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Inferno

Das Hadern und Zedern im Vorfeld lohnte sich dann aber spätestens als INFERNO auf der Bühne erschienen. Tags zuvor noch fielen zwei Mitglieder der Tschechen aus, und so stand nur ein Trio mit Drumcomputer zur Schlacht bereit. Sie machten aber das Beste daraus und boten der Meute, die sich nun zahlreich vor der Bühne versammelte, eine energiereiche Show! Besonders Sänger Adramelech verfügte über eine mächtige Bühnenpräsenz und heizte den Metalheads ordentlich ein. Da ist der Tourismusbranche ein Animateur verloren gegangen... Die zweite Gitarre fehlte an einigen Stellen zwar, ansonsten stellte die Unterbesetzung kein Problem dar. Mich störte der Computer überhaupt nicht. Der erste Song musste zwar abgebrochen und neu gestartet werden, ansonsten aber ist INFERNO auch ohne Schlagzeuger eine verdammt geile Liveband, was die zahlreichen Headbanger vor der Bühne bestätigten!

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Weltbrand

Von WELTBRAND bekam ich nicht viel mit. Ihre „Techno“-Samples sowie eigentlich die Band an sich waren recht polarisierend an diesem Abend. Die Meinungen reichten von „unpassend“ bis „spitze“. Ihr Zeug, soweit ich es mitbekommen habe, ist ziemlich heftig und im Einklang mit den Intros kalt und industriell. Hat was...

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Lunar Aurora

Nach einem langen Intro betraten fünf ominöse Gestalten die Bühne, auf die schon alle warteten. Für die nächsten 70 Minuten sollte LUNAR AURORA die volle Aufmerksamkeit gehören. Mit komplettem Verzicht auf die clubeigene Lichttechnik verwandten sie ausschließlich ein kaltes blaues Licht und eine auf Hochtouren laufende Nebelmaschine (das teure Zeug muss ja auch aufgebraucht werden...). Optisch vereinten L.A. also Einmaligkeit, Dunkelheit und Atmosphäre perfekt, auch wenn man teilweise die Hand vor den Augen nicht mehr sah. Das gleiche tat im Prinzip die Musik. Phänomenal. Der Klang war sehr laut. Ein Problem, über das nicht nur diese Band zu klagen hatte... Dennoch wurden alle Anwesenden teil etwas ganz besonderem. Fällt es schon schwer adäquate Rezensionen zu ihren Tonträgern zu verfassen, ist es ein Ding der Unmöglichkeit ihren Auftritt zu beschreiben. Am besten schaut ihr euch die Bilder auf der CfB-Seite an... Gespielt wurde ein gewaltiges Set (wie gesagt fast 70 Minuten) inkl. „Geist der Nebelsphären“ zu Beginn, „Grimm“, „Aufgewacht“, „Dämonentreiber“, sogar mit „Blutbaum“ eine recht alte Nummer. Vor dem letzten Stück ließ Aran dann die Katze aus dem Sack. Emotionslos, kurz und schmerzlos hallte es durch den Raum in tiefer Sprechstimme: „Dies war unser letztes Konzert.“ ... Bekennenderweise hieß der Rausschmeißer dann „Das Ende“, verweist aber auf die Zukunft, denn es stammt vom noch unveröffentlichten „Andacht“-Album, das Großartiges verspricht...

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Darkened Nocturn Slaughtercult

Der Slaughtercult hatte die Ehre die bayerische Ausnahmeband zu Grabe zu Tragen und quasi den letzten Sargnagel auf den Deckel zu knallen! Und dies taten sie mit unheimlicher Inbrunst und abartiger Bösartigkeit. Die Bühne verwandelte sich in der Umbaupause zu einem Schauplatz einer satanischen Messe, eines blutbefleckten Rituals zu Ehren des Tieres. Zu Beginn wurde ein neuer Track ausprobiert („Das All-Eine“), dem später mit „Bearer Of Blackest Might“ noch eine zweite, ebenso vielversprechende Kostprobe für’s kommende Album „Hora Nocturna“ folgte. Dazwischen gab es Liveknaller von der „Nocturnal March“-LP, z.B. „Scaffold Salvation“ oder den Titeltrack zum Abschluss, aber vor der Zugabe „Hora Ruid“ (kam sehr geil!), der neben „Pestilential Deathride“ oder „In The Land Of The Mountains Of Trees“ zu den Stücken des zweiten Kapitels zählte. Während diesen gut 50 Minuten prallte einem von der Bühne eine gewaltige teuflische Impression entgegen; Kreuze, Stahlpentagramme, Nieten, Blut, Corpsepaint, Schädel. Onielar wurde von manchen Fans angebetet wie eine allmächtige Hohepriesterin! Zu allem Übel wurden auch noch die riesigen Pentagramme im Hintergrund teils extra angestrahlt. Nagut, sie sahen dann pink aus, aber macht nichts, beeindruckend war das Gesamtbild allemal.

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Fazit:

Eigenlob stinkt, aber m.M.n. war es schlichtweg ein sehr geiles Konzert mit außerordentlich guten Bands, die die teilweise langen Anfahrtswege der Besucher (Gruß an die Gäste aus Holland und Österreich!) rechtfertigten. INFERNO waren die Hölle, D.N.S. erbarmungslos, WELTBRAND hammerhart, ADULTERY zumindest interessant und LUNAR AURORA sensationell. Auch Publikum und Club gingen vollkommen in Ordnung, nur der Sound war teils extrem laut, aber das kennen wir ja vom ersten Teil. Die Verkehrsanbindungen nach Elterlein sind zudem übel, aber ansonsten bin ich sehr zufrieden und stolz...

 

Bilder: -